Zentrum des Lichts

Ein Orden im Dienste des Argentumkreuzzugs
 
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 Diener des Lichts

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BeitragThema: Diener des Lichts   Mi Jan 14, 2009 3:57 pm

~Prolog~


Der Morgen hatte ihr die Erinnerung an die Ereignisse des vergangen Abends wiedergebracht, aber sie hatte sich nur wenige Minuten des Nachsinnens gegönnt, sie wußte, ihre Unruhe würde nur stärker werden, und die Macht des Feuers heftiger, wenn sie nicht an ihre Arbeit gehen würde und diese Kraft dafür verbrauchte. Später, wenn sie ruhiger war, konnte sie sich immer noch mit all den Ereignissen befassen. Sie schickte einen Diener mit einer Frage in die Kathedrale, wartete jedoch nicht auf die Antwort, bevor sie sich den Studien widmete.

Die Arbeit mit den neuen Formeln, das Weben der Matrizen nahm ihre Aufmerksamkeit ganz gefangen, und dankbar spürte sie die Erleichterung, als die Kraft aus ihren Adern in die Portalsteine floss, die das Tor in der Akademie stabil hielten. Als der Diener zur Mittagszeit mit einer schriftlichen Notiz zurückkam, war sie noch ruhiger, Frau da Malero hatte für alles gesorgt.

Am Abend, während eines gemeinsamen Essens mit den Magistern wanderten ihre Gedanken jedoch wieder zu dem vergangenen Tag, zu dem Gefühl der Hilflosigkeit im Angesicht mit den scharfen Worten, der Mißgunst, der Vorwürfe, die niemals direkt, immer nur in Andeutungen geäußert wurden, und traurig dachte Maqua daran, dass ihre ganze Jugend sie auf solche Schmerzen niemals vorbereitet hatte. Als sie seufzte, sah Magister Malin zu ihr, doch er sprach sie nicht an. Die Zeit, sie vor allem schützen zu können war vorbei, und über das was sie betraf hatte er kaum noch Überblick.

Trotzdem begleitete er sie nach dem Essen auf einen Spaziergang um den Turm, sie wollte wie so oft noch einmal in die Kathedrale, aber nahm dankbar seine Begleitung an. In leisen, langsamen Worten erzählte sie ihm von den Vorfällen im Orden, dem unbestimmten Gefühl des Verlustes und von dem nächtlichen Schrecken, der sie dann noch vor der Kathedrale erreichte, als Sir McFawkes ihr mitteilte, das die Krypta von Grabschändern heimgesucht worden war. Maqua merkte wie gut es tat, einfach alles zu erzählen, ohne Wertung, ohne Vorwürfe, und jemandem, dessen Wohlwollen sie sich absolut sicher war. Magister Malin unterbrach sie kaum, nur dann und wann lenkte er sie wieder mit sanfter Stimme, und als sie am Tor zum Kanal anlangten, fühlte sich Maqua freier, und drückte ihm dankbar die Hände.


Zuletzt von Maqua am Do Jan 15, 2009 1:19 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Diener des Lichts   Mi Jan 14, 2009 4:15 pm

Es war schon später Abend, und auf dem Weg durch das Handelsviertel konnte Maqua dank des befreienden Gesprächs auch wieder an anderes Denken, wenngleich es sie nicht mit weniger Sorge erfüllte. Sie hatte ihren Ordensritter in letzter Zeit so oft so müde gesehen, und immer schien er etwas auf dem Herzen zu haben, doch der Streit aller um ihn, ihre Belange ließen ihn Zurückhaltung üben, und eine Last alleine tragen, die ihm schwer schien.

Als er gestern Abend in die Kathedrale ging, mit schweren Schritten, und sie ihm nachblickte, übermannte sie wie eine Welle ein Gefühl unendlicher Trauer, als sollte sie ihn niemals wieder sehen, doch ihre eigenen Gedanken waren noch bei Williams Grab, bei den Aufregungen des Abends, so daß sie dieses Gefühl sofort wieder vergaß, als Sir McFawkes sie etwas fragte. Heute jedoch war die Erinnerung daran wieder sehr lebendig, sie wollte nach Meister Anthalos sehen und ihm die Aufmerksamkeit schenken, die er ihr gegenüber immer zeigte.

Maqua ging in die Krypta, erleichtert sah sie, dass die Aura wie gewohnt einen Schutz bildete, und dass alle Spuren der Verwüstung beseitigt waren. Sie legte ihre Hand auf das Wappen ihrer Familie, das den Sargdeckel zierte und sank auf die Knie, sie betete leise, und lange, und hielt Zwiesprache mit ihrer Familie.

Als sie, steif vor Kälte, nach einiger Zeit aufstand, war das Licht der Kerze, die hier unten den Raum erhellte fast niedergebrannt und mit zitternden Fingern nahm sie eine neue Kerze, um das Licht nicht verlöschen zu lassen.

Als sie in das Schiff der Kathedrale ging, fand sie trotz der späten Stunde Bruder Benjamin, der sie unter seinen dunklen, buschigen Brauen fixierte, im Gespräch mit Duthorian Rall. Zaghaft lächelte sie ihn an und trat auf die beiden zu. Auf ihre Nachfrage berichtete ihr der Paladin von den Vorfällen in der Kathedrale und äußerte sein Bedauern darüber, Bruder Benjamin schwieg, doch hielt seinen strengen Blick weiter auf ihr. Als der Paladin mit seinen Ausführungen geendet hatte, sagte er jedoch, wie üblich völlig unverblümt:

"Edle Dame, ich verstehe sehr wohl, dass Ihr bestürzt seid. Aber ich möchte Euch darauf hinweisen, nicht uns Nachlässigkeit im Schutz der Gräber vorzuwerfen, wenn Ihr eine Person an diesen Ort bringt, deren Reputation fragwürdig und deren Absichten keineswegs im Licht sind."

Maqua starrte ihren Beichtvater an. Sie schluckte, doch sie wendete den Blick nicht ab, und als Duthorian Rall einen Einwand zu ihrer allgemeinen Verteidigung machen wollte hob sie die Hand, um ihn zu unterbrechen. In der nächtlichen Dunkelheit der Kathedrale glühten eine Ader an ihrem Handgelenk wie schwacher Kerzenschein. Sie erwiederte mit fester Stimme:

"Ich habe den Todesritter aus Mitgefühl an einen Ort des Lichtes geführt, Bruder, und ich würde das wieder tun, wenn mein Gefühl mir sagt, dass jemand nach der Sicherheit und Geborgenheit unserer Kirche hungert. Macht mir nicht zum Vorwurf, was ihr mir predigt."

Bruder Benjamin schaute sie nur weiterhin aufmerksam an, Duthorian Rall jedoch hob die Brauen und zog überrascht die Luft ein. Er kannte Lady Maqua schon länger und eine ungewohnte Sicherheit lag ihn ihrem Auftreten, als sie jedoch die Hand sinken ließ, erkannte er wieder die junge Frau, deren Schutzbedürfnis fast greifbar war.

Sanft setzte Maqua hinzu:

"Ich bin mir im Klaren darüber dass mein Gefühl mich trügen kann, Bruder, aber ich glaube nicht daran, das dieser..", Maqua zögert etwas als sie nach einer passenden Benennung sucht, ".. dieser Ritter mit der Verwüstung der Kellerräume der Kathedrale und des Friedhofs etwas zu schaffen hat. Nichts desto trotz sind Sir McFawkes und Sir Morefjal ebenso daran interessiert den Schuldigen zu finden und werden sicher nichts ungeprüft lassen - auch nicht diesen Todesritter."

Bruder Benjamin nickt ihr zu, Maqua lächelt und fragt dann:

"Nun, ein weiteres noch. Ich bin auf der Suche nach Meister Anthalos, und ich habe in Theramore angefragt, aber dort ist er nicht, ist er vielleicht hier in der Kathedrale?"

Duthorian Rall überlegt kurz, verneint dann, sagt dann aber:

"Er hat gestern Abend kurz mit Lord Schattenbruch gesprochen, und hat überhaupt ein gutes Verhältnis zu ihm. Vielleicht fragt ihr den Lord."

"Ist er denn noch wach?"

Duthorian nickt und weist auf den schmalen Lichtstreif, der unter der Tür aus den Räumen der Paladine in den Kapellengang führt.

Maqua nickt dankend und verabschiedet sich bei beiden Männern, die ihr schweigend nachblicken, bis sie, nach einem entschlossenen Klopfen eingetreten ist und die Tür hinter sich wieder geschlossen hat.

Tatsächlich ist Lord Schattenbruch noch wach, er sitzt an seinem Arbeitstisch und liest einen Brief. Vor ihm liegen einige Schreiben, das Tintenfaß ist geöffnet und eine Feder liegt quer über einem halbbeschriebenen Pergament.

Der Lord schaut auf, als Maqua hereinkommt, nickt ihr zu und bietet ihr auch sofort einen Platz auf einem der Stühle vor seinem Schreibtisch an.

"Das Licht zum Gruße, MyLord." Freundlich erwiedert der Paladin die Begrüßung und fügt an: "Das ist eine ungewöhnlich späte Stunde, MyLady."

Maqua nickt, sagt aber erst einmal nichts sondern betrachtet nur den Mann vor ihr. In den Zügen seines Gesichtes vermeint sie die Müdigkeit wiederzuerkennen, die sie bei so vielen in letzter Zeit sah und dem Gang ihrer Gedanken nachhängend, überhört sie fast die Frage des Lords nach dem Grund ihres Hierseins. Da sie nicht antwortet, fügt er noch an:

"Ich hörte, der Sarg Eures Bruders wurde ebenfalls aufgebrochen, dies tut mir sehr leid. Lady da Malero hat ihn wieder versiegelt?"

Mit einem Blinzeln findet Maqua zurück und nickt dann lächelnd. "Ja, und Duthorian Rall sagte, dass St. Katharina noch einmal unten gewesen sei und die Aura verstärkt hat." Der Lord mustert Maqua, er hofft sehr, dass sie keine Anklagen hervorzubringen hat, denen er nichts entgegensetzen kann. Er hat davon gehört, wie heftig ihr Zorn ist, und wie unvermutet ihre Kräfte hervorbrechen, und dies wäre ihm äußerst ungelegen.

In das Schweigen hinein fragt Maqua: "MyLord, ich habe Euch schon eine Weile nicht mehr aufgesucht, nicht mehr seid meiner .. ". Maqua schluckt herunter was sie sagen wollte, das letzte Mal war sie bei Lord Schattenbruch als sie ihm wegen seines Sohnes kondolierte. ((das stimmt zwar nicht, aber da sie immer nach seiner Tochter fragt die ja offenbar schon länger tot ist, habe ich das jetzt mal so geändert))
Der Lord schaut sie ernst an. Maqua sammelt sich zu einem neuen Beginn.
"Wie geht es Euerer Tochter, Sire? Ich hoffe so sehr dass sie sich auf dem Weg der Besserung befindet."

Der Lord schließt müde seine Augen.


((bitte schön: itsyourturn :) ))


Zuletzt von Maqua am Do Jan 15, 2009 1:09 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Nalija
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BeitragThema: Re: Diener des Lichts   Mi Jan 14, 2009 4:25 pm

Fassungslos stand Nalija vor dem chaotischen, kleinen Kellerraum in den Katakomben der Kathedrale, der einmal das Büro der Nachtlichter gewesen war. Ein Regal hing schief, das andere war über den Schreibtisch gekippt. Die Bücher, Schriftrollen und alles andere lag wild verstreut im Raum herum.

Alle Bemühungen, das schwere Regal, das Sethka mit Leichtigkeit hier runtergetragen hatte, wieder aufzurichten, waren vergebens. Nalija bückte sich nach der kleinen Urne, in der sie die unbekannten Gebeine gebettet hatten, als sie diesen Raum im Sommer bezogen hatten. Wie durch ein Wunder war das Gefäß noch ganz und Nalija musste nur den Deckel wieder daraufsetzen.

Vorsichtig stellte sie es in eine Ecke und machte sich dann an einer freigewischten Ecke des Schreibtisches daran, kleine Nachrichten an die Nachtlichter zu verfassen.

Ein neuerliches Arbeitstreffen im Büro war unumgänglich. Nalija klopfte sich beim Verlassen des Raumes das Kleid ab und rieb ihre Hände aneinander. Oben angekommen, fiel ihr Blick auf Maqua, die im Gespräch mit einem Paladin auf der anderen Seite des Kirchenschiffes stand.


((Ich hoffe ich darf mich hier anhängen, sonst trenne ich es ab *lächelt*))
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Rawiya
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BeitragThema: Re: Diener des Lichts   Mi Jan 14, 2009 4:52 pm

Der kleine Friedhof liegt direkt hinter der Kathedrale, abgeschirmt durch einige buschige Hecken und Trauerweiden, welche durch ihre herabhängenden Äste die Grabsteine, welche dort aufgereiht und offensichtlich gut gepflegt sind, fast verdecken. Ein alter Mann mit einer Augenklappe und einer stattlichen Rüstung nähert sich der linken hinteren Ecke des Friedhofs, ein trauriger Gesichtsausdruck ist zu sehen und eine Träne läuft ihm die inzwischen faltige Wange herunter. Er scheint es nicht zu bemerken. Seit Monaten war er nicht mehr hiergewesen.

Seine Schritte führen ihn näher an die Ecke heran, als er plötzlich innehält, und fassungslos auf das Bild sieht, welches sich ihm bietet. Der Grabstein steht noch da, halb verdeckt von einigen Ästen, und die Inschrift, welche ihn als letzte Ruhestätte von Alais Samira Schattenbruch auszeichnet, ist noch deutlich lesbar. Doch der Stein...steckt schief im Boden. Die Erde davor, aufgewühlt.

Der Blick des alten Mannes härtet sich, und eine weitere Träne löst sich aus dem Augenwinkel. Seine Gesichtszüge verhärten sich, und seine Haltung wird kaum merklich straffer, gerader. Nicht meine Alais...nein. Er schüttelt den Kopf, wendet sich ab, und geht mit Schritten, deren fehlende Energie seine Zweifel an seinen Gedanken Ausdruck verleihen, in Richtung der Kathedrale.

(gleiches für mich, wenn das nicht erwünscht ist mach ich es einfach weg)

((man stelle sich das einfach vor der Unterhaltung mit Maqua vor))


Zuletzt von Rawiya am Do Jan 15, 2009 3:48 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Diener des Lichts   Do Jan 15, 2009 1:12 pm

((so, abschnitt zwei habe ich noch mal komplett überarbeitet, und Maqua bemerkt Nalija in der dunklen Kathedrale leider nicht (weil sie nämlich mit ihr reden würde, wenn) - aber vielleicht beim Herausgehen, denn die (noch nicht abgeschlossene) Unterhaltung mit Lord Schattenbruch dauert nicht allzu lange, vielleicht 10 Min.

Ich gehe jetzt auf Arbeit, und dann kommt noch mehr, aber hinten dran :)

Außerdem merke ich , dass der Titel gar nicht mehr so viel mit der Geschichte zu tun hat.. ich wollte erst nur über das kurze Gespräch was schreiben und nun ist schon der Prolog viel länger und es geht um ganz viel anderes noch. Darum habe ich ihn abgeändert.))
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Rawiya
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BeitragThema: Re: Diener des Lichts   Do Jan 15, 2009 4:10 pm

Lord Schattenbruch schüttelt sacht den Kopf, müde sieht er aus, und unendlich traurig. Für einen Moment sieht man nur noch einen älteren Mann, keine Spur mehr des stolzen Paladins. "Meine Tochter...ist vor einigen Monaten gestorben. Zumindest nahmen wir das bisher an."

Er hält inne, ballt seine Hände zu Fäusten und lässt die Fingerknöchel knacken.
"Ich habe sie in ihren Tod gesandt, Mylady. Meine Tochter war in einer Gruppe von hochdekorierten und wahrlich respektablen Paladinen und Rittern, die nach Nordend gesandt wurden, um dort die Lage zu überprüfen. Sie wurde verletzt, lag im Koma...und starb. Und jetzt scheint es, als müsste ich noch Schlimmeres befürchten. Ihr Grab ist offen, die Erde zerwühlt als hätte jemand dort gegraben und der Grabstein verrutscht..." Der Mann stockt, scheint seinen eher ungewohnten Redeschwall nicht zu bemerken, wohl ist er froh, mit jemandem reden zu können.

"Ihr Leichnam ist fort. Verschwunden. Meine beiden Kinder erzog ich in dem Glauben an das Licht, an die bedingungslose Verantwortung den Schwachen und Hilflosen gegenüber, an das Vertrauen in das Gute in dieser Welt, und dem Bewusstsein, dass sie etwas verändern können. Meine Kinder wählten beide den Weg des Lichts, den Weg den ich ihnen vorgelebt habe, und doch hat es beiden den Tod gebracht - und ich befürchte, nicht nur den Tod."

Trauer und Fassungslosigkeit liegen in seinem Blick, als er Maqua ansieht. "Betet zum Licht, dass euch niemals etwas derartiges widerfährt, Mylady. Die eigenen Kinder zu überleben ist schlimm genug...doch gezwungen sein, das Schwert gegen sie zu erheben...beim Licht, dass wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht."
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BeitragThema: Re: Diener des Lichts   Do Jan 15, 2009 4:24 pm

Während der Lord sprach, hatten sich in Maquas Gesicht Trauer, Mitgefühl und Entsetzen gespiegelt, sie blieb stumm, bis zu seinen letzten Worten, und sie hatte Mitleid mit dem Mann, der sicher kaum jemals Gelegenheit hatte, zu trauern. Sie ließ ihm diese Zeit, betete stumm, dass dies schreckliche Los ihn trotz allem nicht verzagen lassen sollte, und dass er hinter seiner Trauer die wertvollen Erinnerungen an Tochter und Sohn bewahren könne. Sie legte ihre warme kleine Hand auf seine und drückte sie.

Leise lag der Raum, nur von wenigen Kerzen erhellt, Maqua saß dem Lord gegenüber, stille Tränen flossen und der Lord war dankbar über ihre Anwesenheit, und er konnte seiner Trauer Ausdruck verleihen, sie würde es verstehen.

Schließlich atmete er tief durch. "Ihr, Mylady, seid nicht gekommen, um mich trauern zu sehen." Maqua schüttelte den Kopf. "Ich bin auf der Suche nach Herrn Anthalos." Sie machte eine kurze Pause. "Ich sorge mich um ihn. Wißt ihr wo er ist?"
Der Lord sah sie an, in ihren beinahe schwarzen Augen spiegelte sich das Licht der Kerzen und ihre Aufrichtigkeit war ihr deutlich anzusehen. Lord Schattenbruch schloss die Augen, diese Frau hätte er gerne an der Seite seines Sohnes gesehen, er seufzte. Dann schaute er sie wieder an. "Ich weiß nicht wo er ist, doch ich weiß, dass er bisweilen das Grabmahl des Lichtbringers aufsucht, wenn er müde ist."
Maqua lächelte. "Ich danke Euch, MyLord." Sie stand auf. "Und möge das Licht euch segnen sowie uns die Kraft geben, der Wahrheit zu begegnen." Der Lord nickte und sein vorsichtiges Lächeln wurde von ihr kraftvoll erwiedert.

Als Maqua wieder in das Kirchenschiff trat sah sie nachdenklich aus. Die Worte des Lords über seine Tochter hatten ihr zu denken gegeben. Sie wendete sich nicht einmal dem Altar zu, sondern ging eiligen Schrittes hinaus.

((hier kann sie mit Nalija zusammentreffen oder auch nicht))

Auf dem Weg holte sie die kleine Kugel hervor, mit der der Orden kommunizierte und hielt sie fest in der Hand. Sie fragte leise nach jemanden der zu dieser späten Stunde bereit war, sie in die Pestländer zu begleiten und war dankbar, als sie hörte, das Frau Lichttreu wegen eines Auftrages ohnehin in der Nähe der Zugwindspitze war. Maqua begab sich zum Sanktum, um einen der dort liegenden Portalsteine zu nutzen, der sie an abgelegenere Orte Azeroths führen konnte. Auf dem Weg dorthin sprach sie sich mit Ardilia ab, und als sie durch den Port in Süderstade ankam, von wo es nur noch ein kurzer Greifenritt war, bat sie den Gastwirt, noch Kontakt mit den Wildhammerzwergen aufzunehmen, die sicher auch zu solch später Stunde noch eine Eskorte und einen Platz für die Nacht für sie bereiten konnten. In ihrer Burg wollte Maqua die Nacht dann verbringen.

Als sie an der Zugwindspitze ankam, hielt Ardilia schon Pferde bereit, und einige der dort stationierten Soldaten würden sie zusätzlich begleiten, Maqua war dankbar, dass sie nicht nach einer Erklärung für diese riskante Reise fragten, was hätte sie anderes sagen können als das sie ihrem Gefühl folgte, das sie bangen lies?

Maqua hatte sehr recht daran getan, um die Begleitung zu beten. Die Gegend um das Grabmahl des Lichtbringers war schon am Tage gefährlich, in der Nacht jedoch fast unpassierbar, allein die Kraft des Lichtes hielt die untoten Kreaturen davon ab, die Gruppe der Lichtkrieger und die Magierin anzugreifen, aber Maqua spürte das sie lauerten, und das ihre Kräfte sie anzogen wie das Licht die Motten.

Matt und kalt glühten die leeren Augenhöhlen der Ghule und auf dem halben Weg zum Grabmahl hatten sich so viele von ihnen zusammengerottet, dass die Paladine unter dem Segen des Lichtes in ihre Linie breschten und sie mit leuchtenden Hieben vertrieben. Maqua wußte dass sie nichts tun konnte. Das fremde Pferd unter ihr würde durchgehen, wenn sie einen Zauber nutzte, allein, sicher im Sattel und in der Deckung ihrer Begleitung zu bleiben war wichtig. Straff zog Maqua die Zügel an und lenkte die Stute mit sicherer Hand. Wie so oft dauerte der Kampf nicht lang, Maqua dachte, wie kurz die Momente waren, die über das ganze Leben entscheiden können. Aufmerksam musterte sie im fahlen Licht des Mondes die Männer und Frauen um sich, offenbar war niemand verletzt, eines der Pferde hatte jedoch eine schwere Wunde auf der Hinterhand und der Paladin mußte es führen. Im Licht des Grabmahls würde er für sein Pferd tun können was nötig war.

Als sie an der Kapelle ankamen atmete Maqua die Luft ein. Hier, in direkter Nähe des Grabes war der verfaulte Geruch der Pestländer weniger stark, und ein Singen klang im Körper, das Maqua jetzt, nachdem sie A'tal begegnet war, an die Stimmen der Naaru erinnerte.


Zuletzt von Maqua am Sa Jan 31, 2009 2:22 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Diener des Lichts   Do Jan 15, 2009 6:19 pm

Nun fragte Ardilia Maqua doch, was sie zu so ungewöhnlicher Stunde hierher führte, und knapp, mit ungewohnt dunkler Stimme antwortete Maqua: "Herr Anthalos. Ich suchte ihn überall und ich weiß das er manchmal hier her kommt um zu meditieren."

Aufmerksam musterte die Paladina die Magierin, dann nickte sie langsam und deutete in das Halbdunkel des Eingangs. "Er sitzt dort, glaube ich. Wollt Ihr allein gelassen werden? Er kann sicher für Euren Schutz sorgen." Maqua nickte und dankte der Frau. "Richtet ihm einen Gruß von mir aus." Ardilia lächelte.

Maqua band ihre Stute in der Nähe der Kapelle an, während sich Ardilia etwas abseits mit den anderen Paladinen um das verletzte Pferd bemühte.

Langsam ging Maqua auf den Mann zu, der - ungewöhnlich genug - bar jeder Rüstung auf der oberen Stufe saß und die Augen geschlossen hielt. Maqua nahm ihre Kappe ab, das dunkle Haar fiel auf ihre Schultern, sie kniete sich vor den Mann und betrachtete ihn, versuchte sich jedes Detail seines alten gütigen Gesichtes einzuprägen, als wolle sie ein genaues Abbild von ihm für immer in ihrem Geist bewahren. Sie nahm die Falten wahr, die sich von seiner Nase zu seinen Mundwinkeln tief eingegraben hatten und die kleinen Fältchen um die Augen, die verrieten, dass er - früher vielleicht - viel lachen konnte. Sie sah da und dort einzelne graue Haare in seinem ansonsten noch immer goldblonden Schopf, und sie sah die Schatten unter den Augen. Beide schwiegen lange, dann fragte er, noch immer mit geschlossenen Augen, "Was wollt ihr, M'Lady?"

Maqua dachte lange über eine Antwort nach, es war still, nur das Hufstapfen eines Pferdes war zu hören, und ihrer beiden Atem. "Erzählt mir etwas von Lord Forthring, Herr, und über Nordend." Anthalos seufzte. "Ihr dient ihm, nicht wahr?" fragte Maqua sehr leise. Der Mann nickte, und begann mit rauher Stimme, und langsamen Worten zu erzählen, gelegentlich unterbrochen von den geflüsterten Fragen der Frau vor ihm und noch immer sah er sie nicht an. Maquas große, dunkle Augen schimmerten feucht. Als er geendet hatte, schwiegen beide eine Weile, dann fragte Maqua, sehr leise, fast unhörbar: "Werdet Ihr uns verlassen, Herr?" Anthalos öffnete die Augen und schaute sie an, und der Blick war ihr fremd. "Ihr seid sehr direkt."
Wieder Schweigen, dass sie einhüllte. Anthalos schloß die Augen wieder. Maqua wagte dann, von ihrem Gefühl zu sprechen, dass eine untragbare Last auf seinen Schultern zu lasten schien, und von ihrer Angst, der Orden könne zerbrechen, einer kenne den anderen nicht, doch Anthalos unterbrach sie, nur mit einer Regung seiner Hand. "Wir dienen an vielen Fronten, da ist kaum Gelegenheit, sich kennenzulernen, jedoch - ich würde für jeden im Orden sterben."

Maqua zog die Brauen zusammen, ihr Vertrauen war nicht so absolut und sie gab Widerworte. Doch er unterbrach sie noch einmal. "Wenn ihr nicht genug Vertrauen habt, weil ihr die Mitglieder nicht kennt, dann sorgt dafür dass ihr sie kennenlernt, das liegt an Euch." Anthalos hatte die Augen wieder geöffnet und blickte bis auf den Grund ihrer Seele, so meinte sie. Maqua wollte etwas erwidern, senkte dann den Kopf und flüsterte: "Ihr habt Recht, Herr." Der Ritter seufzte und schloss wieder die Augen. Maqua saß stumm da, aber in ihrem Kopf kreisten wild die Gedanken, von einem zum anderen, bis sie von der Stimme Anthalos' unterbrochen wurde. "Gibt es noch etwas, Lady?" Maqua zögerte. Ob sie ihm sagen konnte wie viel er ihr bedeutete? Doch dann stand sie in einer einzigen Bewegung auf und schaute auf den alten Mann. Sie schüttelte den Kopf, besann sich dann aber, das er das nicht sehen konnte und sagte "Ich bin Euretwegen gekommen, gibt es nichts was ich tun kann?"
"Ihr könnt mir meine Ruhe schenken."
Maqua nickte und wandte sich um. Er verharrte weiterhin in der Stellung, in der sie ihn vorgefunden hatte.
"Das Licht auf Euch, Lady.", sagte er zum Abschied. Im Gehen sagte sie: "Auf Euch und in Euch, mein Herr, ich halte es immer fest." Sie hörte sein Seufzen, doch sie drehte sich nicht noch einmal herum.

Maqua lenkte ihre Schritte in das Innere des Grabmahls, die Kühle des Gemäuers umgab sie und die absolute Stille, nur das Singen des Lichtes umfing sie und sie trat in den Kreis der gleißenden Strahlen, die das Innere erleuchteten und hob ihr Gesicht dem Licht entgegen. Wie Wasser fiel es über ihren Körper, ihr Herzschlag beruhigte sich, das Blut in ihren Adern floß ruhiger, sie schloss die Augen und ließ sich auf die Knie sinken. Ihre Gedanken kamen frei, und Bilder ihres Lebens zogen an ihr vorüber, die Gesichter ihrer Familie, Ihr Vater, dem Herr Anthalos glich und doch nicht gleich war, ihrer Mütter, die so verschieden waren und sie doch beide liebten, und die Gesichter ihrer Brüder, die im Licht waren und denen ein Frieden geschenkt war, den so manche andere nicht hatten.
Maqua dachte an alles was sie verloren und an vieles was sie gewonnen hatte, und das wohl kaum etwas ewig währte, das Licht aber ging durch sie und in sie und es würde sie nicht verlassen, so sehr die Zeiten sich ändern mochten.


Als Maqua nach vielen Minuten aus dem Grabmahl trat hatte ein scharfer, kalter Wind aus dem Gebirge den Wolkendunst vertrieben und der Himmel, so selten, war klar über den Pestländern. Herr Anthalos stand am Eingang und sprach sie noch einmal an.
"Lady, wollt ihr mir einen Gefallen tun?"
Maqua antwortete schlicht. "Ja."
"Sucht mich nicht, wenn ich meine Ruhe haben möchte, und - vor allem - führt nicht andere an die einzigen Orte wo ich sie finde." Anthalos deutete mit dem Kopf leicht in Richtung der Paladine.
Maqua schaute ihn ernst an. "Ich werde Euch niemals wieder aufsuchen, Herr, es sei denn Ihr ruft nach mir."
Ihre Stimme klang fest und sie fühlte, es war die Wahrheit. Dieser Mann war nicht ihr Vater und er würde es niemals sein, der Orden war nicht die Familie die sie verloren hatte, sie war nur für sich verantwortlich und für das Wohlergehen derer, die ihr am Herzen lagen, und diese mochten in ihrem Orden sein oder nicht.

Maqua nickte dem Mann noch einmal zu und ging, ihr Pferd holen. Sie schwieg ernst, als sie zu der Gruppe der Lichtkrieger kam, Frau Lichttreu war nicht mehr da, der Paladin mit dem verletzten Tier ebensowenig, aber Maqua wußte, der Weg über die Hügel, den Pass hinauf zum Hügelland war weniger gefährlich und erforderte eher einen geübten Reiter als schlagkräftige Kämpfer. Und oben auf dem Kamm würden einige Wildhämmer warten, sie zu der Feste zu geleiten.

Als sich die Paladine bereit gemacht hatten, schwang Maqua sich auf ihr Pferd und nickte lächelnd dem Anführer der Truppe zu. "Brechen wir auf."
Maqua freute sich an der Bewegung des Pferdes, an der Spiegelung des Mondes in der Darrowsee, an der Herausforderung des Sprunges über die Klippen, und sie ließ mit dem schneidenden Wind etwas zurück, das sie nicht hätte benennen können. Maqua hatte recht empfunden, da war ein Verlust. Aber es war nicht Meister Anthalos, der den Orden verlassen würde, es war auch nicht irgendjemand anderes Weggehen, es war der Verlust ihrer Unschuld, die endgültig vergangen war. Maqua wußte es nicht, aber sie war erwachsen geworden.




((wie wir sehen ist Maqua nicht perfekt.. ich hab einfach vergessen Ardilias Gruß auszurichten. :-( tut mir leid. Insgesamt hat mich die Geschichte viel gekostet und mir einige Schmerzen bereitet, aber ich denke es ist ein annehmbarer Schluss - vorerst - und über Eure Beiträge freue ich mich sehr.))
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BeitragThema: Re: Diener des Lichts   Sa Jan 31, 2009 2:22 pm

((ergänzt um das Gespräch mit Schattenbruch))
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