Zentrum des Lichts

Ein Orden im Dienste des Argentumkreuzzugs
 
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 [Mensch] Die Familie Doranthor und Gerüchte über Maqua von Doranthor (*)

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BeitragThema: Re: [Mensch] Die Familie Doranthor und Gerüchte über Maqua von Doranthor (*)   Mi Sep 17, 2008 3:09 pm

((Aktuell ab Freitag 12.09.2008))

((Samstag morgen))

Auskunft von Magister Malin für Besucher:

"Die Dame hat den Turm verlassen, da ein Vertreter der Allianz Veranlassung sah, sie an einen sicheren Ort zu bringen."

"Nein, ich weiß nicht wo sie ist."

((Sonntag))

"Nein, ich werde Euch nicht sagen wo sie ist."

((Nalija/Kastalia/Ardilia/Orden))

"Sie hat mich gebeten, Euch auszurichten, dass es ihr gut geht und sie in Sicherheit ist, sie wird sich melden, wenn Sie Eurer Hilfe oder Eures Rates bedarf. Ihr könnt ihr nach Astranaar schreiben, dort kann sie ihre Post empfangen."

((Montag Abend))

Müde von den Anstrengungen des Tages, voll von Gefühlen, die im Wiederstreit lagen, aber auch mit Hoffnung erfüllt, dass sich Kirias einen Weg gesucht hatte, der für sie nicht gangbar, für ihn aber vielleicht richtig war, und dass sie daher um ihn nicht so sehr zu bangen hatte, kehrte Maqua von den Ruinen in die Hütte zurück. Sie hoffte sehr, dass Sir MacAllister keine bleibenden Schäden davon trug, aber dass er so leicht nahm was ihr Leben so sehr bedückte, dass er die Gefahr als billig abtat, dies stimmte sie traurig. Und was hatte sein Bruder damit gemeint, Sir MacAllister stünde auf sie?

((Dienstag vormittag))

Maqua spürte im Erwachen, dass die starken Kräfte in ihr danach strebten, freigelassen zu werden und sie nahm daher das Angebot der Jägerin an, sie zur Küste zu begleiten, wo einige Murlocs, fremd an der Küste hier wie in den Wäldern Elwynns den scharfen Biss von Becannas Pfeilen spüren sollten. Maqua war es um so rechter als sie erfuhr, dass sie diese Aufgabe weiter weg von den Gebieten bringen würde, an denen die Legion Fuß gefasst hatte.

Maqua hatte den Edune-Geschwistern erzählt, dass sie Magie nutzte, um sich zu verteidigen, und dass ihr auch keine Wahl blieb, diese Kraft zu nutzen, wenn sie überleben wollte. Maquas ungeheucheltes Entsetzen über die Wirkung ihrer Kräfte, die die Elfen so heftig vor ihrem Haus erlebt hatten, als sie, erschöpft vom Tagwerk, langen Wegen und dem Streit mit Sir MacAllister plötzlich Flammen auf ihren Beschützer warf hatte die Elfen davon überzeugt, dass Maqua wirklich aufrichtig war, so dass sie kaum etwas einzuwenden hatten, als Maqua darum bat, eine Aufgabe zu bekommen, die es ihr ermöglichen würde die Energien, die sich in ihr stauten freizulassen. Unbemerkt von Maqua hatten die Elfen ihre Bemühungen, mit langen Meditationen und vielen körperlichen Schmerzen ihre Kräfte zu bändigen wohl beobachtet.

Als Maqua und Becanna zusammen jagten, überraschte die Wucht der Feuerzauber die Elfenjägerin jedoch durchaus, sie spürte auch, dass Maqua sich zurückhielt und Zweifel an der Richtigkeit ihrer Entscheidung kamen in ihr hoch. Die Menschenfrau war unberechenbar und die Elfe spürte, dass Maqua wohl eine Verheerung auslösen könnte, wenn sie die Kontrolle verlor, was nur allzu leicht geschehen konnte, wie die Elfe gestern gesehen hatte.
Ihr und ihren Schwestern gegenüber war die Frau jedoch immer sanft und ausgeglichen, und sie schien die Ruhe und den Tagesrythmus der Elfen sehr zu genießen, als sei er Teil einer Heilung.

Becanna entschloss sich, die Elfische Gemeinschaft in Astranaar darüber entscheiden zu lassen, die Mondpriesterin hatte angedeutet, dass sie dort von den Besuchern berichten wollte.

((Dienstag abend))

Maqua sang leise, als sie von Astranaar zu der kleinen Hütte im Wald zurückkehrte. Sie trug einen Stapel an Briefen mit sich, die zu beantworten ihr hoffentlich einen ruhigen Abend bringen würden. Eine Zeile ihres Liedes ließ sie an den Abend denken, als sie Kirias ihre Gefühle gestand, ohne doch benennen zu können welche es seien. Sie hatte sie damals gesungen, weil sie ihr in den Sinn kam, als verstehe sie endlich das was hinter den Worten stand. Maqua lächelte in der Erinnerung an diesen Abend, Wärme breitete sich hinter ihrem Bauchnabel aus, doch sie fühlte, dass die Wärme sanft war, dass das Glück der Erinnerung stärker wog als die Erregung und all die Bemühungen der letzten Tage und Wochen zahlten sich aus, als Maqua merkte, dass nicht sie beherrscht wurde, sondern sie dieses Gefühl beherrschen konnte. Glücklich schritt sie über die schwingenden Wiesen auf die Hütte der Edunegeschwister zu, das Walddach warf ihre helle Stimme zurück und schien den Gesang im Rauschen der Blätter aufzunehmen. Maqua fühlte, so könne sie leben.

Als sie das Haus erreichte, kleidete sie sich um, sie wusch sich den Staub und Schweiß der Tagesarbeit von den Gliedern, ihr Nabel glühte sanft und vertraut.
Sie versuchte sich mit Aleanna zu unterhalten, die als einzige der Geschwister kaum die Gemeinsprache sprach, aber Maqua war das recht, gezwungen zu sein die fremden Worte zu lernen war für sie ein Glück, sie empfand die Sprache als schön, seltsam und fremd in ihrem Mund, und Aleannas Versuche, ihr einige Worte beizubringen empfand sie als Geschenk, dass ihr mehr als anderes ein Gefühl des Willkommens gab.
Sie lachte leise, als die Elfin in schneller Folge etwas sagte, was Maqua hinaustrieb um Becanna nach der Bedeutung der Worte zu fragen.

Vor der Tür jedoch stoppte sie apprupt. Ein fremder Elf, groß, kräftig, mit einer für Maqua undurchdringlichen Miene musterte sie. Seine Erscheinung befremdete Maqua, umso mehr als dass er hier her zu gehören schien, sie fühlte etwas Animalisches in ihm, vor einem wilden Raubtier wäre sie nicht mehr erschrocken.

Er grüßte sie mit dieser elfischen Grußformel, die sie von Aleanna gehört hatte, und zögerlich, noch unvertraut mit den Lauten erwiderte sie den Gruß. Der Elf schien ihre Unsicherheit zu bemerken, und stellte sich vor. Seine Stimme klang wie das Knurren einer Katze, Maqua lief ein Schauer über den Rücken, doch sie seufzte erleichtert, als sie hörte, dass er ihre Sprache zu benutzen verstand.

[...]

Als hinter dem Elfen aus Richtung der heiligen Ruinen noch andere Elfen auftauchten, wich Maqua noch ein Stück zurück. Der Elfenmann trat etwas beiseite, um einer Dame Platz zu machen, die sich mit einer Stimme an Maqua wand, die ihr von Elsharin vertraut war. Alle Freundlichkeit die darin liegen mochte war von einer Patina überdeckt, die für Menschen unvorstellbare Zeiten dort hinterlassen hatte.
Ehrfürchtig senkte Maqua den Blick, sie wußte, dass diese Frau eine Führerin ihres Volkes war, der Adel der Verantwortung umgab sie wie eine Aura. Maqua begann an den bloßen Füßen zu frieren, sie stellte einen ihrer Füße auf den anderen, Unsicherheit und Furcht ließen die Kälte in ihrem Körper aufsteigen, sie fröstelte und schlang schützend ihre Arme um ihren Körper. Sie fühlte die Blicke der Elfen, die hinter der Anführerin standen und fühlte sich nackt und bloß unter ihnen. Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie das Bedürfnis, sich aus Scham bedecken zu wollen und sie legte ihre linke Hand auf ihren Nabel, der schwach glimmte.
Sie machte den Eindruck eines waidwunden Rehs, das im Angesicht eines Wolfsrudels steht, von dem es sich umzingelt weiß.
Bar jeden Widerstandes ließ sie zu dass die Elfen mit ihren Blicken und Worten bis an ihr Inneres drangen und Maqua spürte, wie die noch so zerbrechliche Schale, die sie so mühsam in den letzten Tagen um ihre Kräfte gebaut hatte schon wieder bröckelte, weil sie unsicher war und sich fremd fühlte. Maqua zwang sich zur Ruhe, und mit langsamen Atemzügen gelang es ihr auch, zu sich zu finden.

Wie angewiesen packte sie ihre Sachen und folgte den Elfen nach Astranaar. Sie richtete ihren Blick auf die Elfe, die ihr den Weg wies, das weiße Haar der Frau leuchtete wie die Spinnweben im Spätsommer, wenn die Abendsonne sie traf, jäh wurde Maqua aus ihren Gedanken gerissen, als plötzlich eine Elfe neben ihr auftauchte und ebenso rasch wieder in den Schatten verschwand.
Als sie das Gasthaus erreichten, sicherte Maqua der Mondtochter zu, ihren Orden zu kontaktieren. Sie ging in die obere Etage und umschloss mit schlanken, heißen Fingern den Stein, fragte nach Anthalos, Glorimma, Azrael, Aliena. Noch während sie auf eine Antwort wartete, tauchte plötzlich wieder eine Elfe aus den Schatten des Raumes auf, plötzlich wie die erste, doch mit anderer Haarfarbe, sie trug außerdem einen roten Wappenrock mit weißem Muster, ihr Gesicht jedoch wurde von einer Maske verhüllt. Sie sprach Maqua an, ihr Ton war scharf, gehässig und kalt und Maqua, ungewohnt im Umgang mit so etwas zuckte zusammen und zog sich zurück, Elunes Kugel umschlossen von ihrer Hand.

"Sie schmeißen Dich raus, es wird keinen Ort geben an den Du gehen kannst!"

Die unverhohlene Bedrohung in den Worten der Frau traf Maqua wie eine scharfe Waffe, hilflos stand sie da und hörte sich an, wie die Elfe die Worte der anderen, die sie nicht verstehen konnte pervertierte. Und dann fragte sie die Elfe nach ihrem Namen. Maqua, die sich schon damit unwohl fühlte, ihr Wesen unter Kleidung zu verbergen, die nicht die Ihre war, und an Ehrlichkeit gewöhnt, zögerte, sagte ihn aber dann. Die Elfe lachte, sie hatte gefunden, wen sie suchte, und sie begann, mit Maqua zu spielen wie eine Katze mit der Maus. "Du bist die, die Kirias verlassen hat, nicht war?" Maqua spürte ihr Selbst in sich zurückweichen, den Flammen entgegen, nicht weil die Elfe sagte was sie sagte, sondern weil sie wußte was sie sagte. Maqua wußte nicht, dass es das war, was Kirias getan hatte und die Worte trafen sie, etwas in ihrem Inneren gab ihnen Widerhall, das es die Wahrheit war, aber sie selbst fühlte es nicht. Und dann begann diese fremde Frau mit Kirias Stimme zu reden, die Worte sagten, die Maqua nicht fremd und doch fremd waren, weil sie sich nicht auf sie bezogen. Kirias sprach von Liebe und dass er nie eine andere gewählt hätte, wenn er gewußt hätte das sie zurückkehrte und dann sagte die Stimme einer fremden Frau, "Ich gehe, es ist besser so, aber Du wirst immer in meinem Herzen sein." Maquas dunkle Augen waren weit geöffnet, schwarz und groß standen die Pupillen in der Mitte, Feuer stand zwischen ihrem Inneren und Außen, Feuer dass nur Maqua sehen konnte, und dass gekommen war, als sie an Kirias erinnert wurde, an seine Worte, das Gefühl, dass er in ihr erweckt hatte, Mitleid mit dieser harten Fessel einer ihr fremden Moral, die ihn so sehr dazu zwang, sein Gefühl zu ketten, von Einzigartigkeit zu reden erfüllte sie, und sie bemerkte kaum, das die Elfe verschwand. Maqua griff nach der Kugel, umklammerte sie so fest, dass das Weiß an ihren Knöcheln durch die dunkle Haut schimmerte. Sie versuchte langsam und ruhig zu atmen, das Feuer wieder in die Tiefe ihres Körpers zu drängen doch dann kamen die Stimmen, verschiedene Stimmen, die ihr zuraunten: "Ich kann Dir sagen wer die Frau ist." "Rache, du kannst Dich rächen." "Du kannst das doch, lass das Feuer doch verbrennen." und Maqua, völlig ausgeliefert der körperlosen, fremdartigen Stimme, erschrak bis aufs Mark. Alle ihre inneren Mauern und Widerstände, alle kleinen und großen Haltestricke, die sie mühsam geknüpft hatte, und die noch nicht stark genug waren brachen zusammen und zerissen angesichts der Bedrohung, ihr Wesen und ihr Selbst etwas so Furchtbaren auszuliefern wie einem niederen Gedanken wie diesem. Fremd war ihr der Gedanke an Rache, wofür Rache, dies konnte doch nur bedeuten dass die Dämonen einen Weg zu ihr gefunden hatten, sie erkannt hatten und sie nun verderben wollten. Die Kraft, die ihr Körper trug und für die er zu klein und zu schwach war brach hervor, die Bahnen der arkanen Ströme wurden von einer Flutwelle erfasst, Maqua spürte wie sich die Hitze von dem Kraftknoten der hinter ihrem Nabel lag ausbreitete, ihren Körper erfasste, die Adern an Hals und den Innenseiten begannen zu glühen wie Ströme von Lava unter ihrer Haut, in ihren dunklen Augen loderten die Flammen auf, die Haut über ihren Wangenknochen spannte sich, sie mühte und kämpfte es zurückzudrängen niederzuhalten und als sie wie aus der Ferne die Stimme der Mondtochter hörte dreht sie sich langsam zu ihr um, um sie zu warnen, doch sie spürte schon, sie würde nicht zurückhalten können was in ihr war, wenn sie den Mund öffnete würden die Flammen daraus emporschlagen und Maqua tat das einzige was sie noch vermochte, sie baute den Schild um sich und entlud die Kraft in ihrem Inneren. Flammen schlugen über ihr zusammen, die Spitzen ihre Haare flogen wie in einer Lohe, und dann verebbte das Feuer, für Leenia so apprupt wie es aufgetaucht war und Maqua brach röchelnd zusammen.


((an die Elfe, es wäre nett wenn Du mir sagen könntest ob es Baileys Stimme war oder eine andere, denn Baileys Stimme kennt Maqua durchaus))
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BeitragThema: Re: [Mensch] Die Familie Doranthor und Gerüchte über Maqua von Doranthor (*)   Mo Jan 19, 2009 12:59 pm

19-01-2009

Seit heute verbreitet sich durch die Münder und Ohren eher niederer Gestalten, die gerne gewisse Lokalitäten in der Halsabschneidergasse aufsuchen (oder dort arbeiten):

"Die edle Dame (klingt wie ein Schimpfwort) bekommt au so edlen Besuch" *gemeines Kichern* "Ja, echt! So die Todesritter und vermummte Gestalten, und was da ein und aus geht. Weißt, erst sich von nem Ritter begleiten lassen und dann Besuch von solchen kriegen, keine Ratte gibt sich mit denen ab."

"Ja und letztens haben sie da einen Mann hingebracht, der sah völlig daneben aus.. du weißt schon... wie vermöbelt.. und der hat die ganze Nacht dort verbracht.."

_______________________________________________________________________

Über die Lage des Hauses:

Das Haus steht am Ende der Halsabschneidergasse und damit in keiner guten Lage. Direkt daneben befindet sich ein durch ein rotes Licht deutlich gekennzeichnetes Vergnügungslokal (der mittleren Klasse).
Das Haus selber gehörte früher Sir Serathor Tyrosus, der sich an der Nachbarschaft offenbar nicht störte. Die Dame von Doranthor hat es aus dem Nachlass gemietet, es soll sehr günstig sein (für ihre Verhältnisse). Von außen wirkt es, als hätte es seine besten Tage hinter sich, der Putz blättert ab und das Dach scheint undicht, die Regenabläufe sind mit Moos bewachsen. Winterkälte und Nässe sind in das untere Mauerwerk gezogen.
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BeitragThema: Re: [Mensch] Die Familie Doranthor und Gerüchte über Maqua von Doranthor (*)   Do Feb 26, 2009 5:00 pm

((Mittwoch 25.02.2008))

Mit leichten Schritten, und lächelnd trat Maqua aus dem Zauberkasten, und ging in Richtung der Zitadelle. Die Kraft in ihr war stark, und ihre Adern brannten, aber es war trotzdem ein schönes Gefühl, und sie würde es auch diesmal nicht verstecken.

Magister Nicholas warf einen kurzen Blick auf sie, als sie die Kammer betrat, er erwiederte ihren Gruß nur knapp und trat dann zu ihr, als sie, beschwingt wie ein kleiner Vogel, leise summend, die Kraftkristalle sortierte, mit denen sie arbeiten würde.

"Mylady, schaut mich einmal an."

Lächelnd drehte sich Maqua zu ihm um, er erwiederte ihr Lächeln jedoch nicht, sondern nahm ihr Kinn und drehte ihren Kopf zur Seite, so dass er die helle Stelle an ihrem Hals deutlich sehen konnte, unter der kräftig golden eine ihrer Kraftadern pulsierte. Mit einem Ruck drehte er ihren Kopf zurück und schaute mit festem Blick nach unten in ihre aufgerissenen Augen.

"Zeigt mir Eure Hände."

Maquas Lächeln erstarb, langsam zog sie ihre Handschuhe aus und hielt ihm ihre Hände hin. Er schaute kurz darauf, dann packte er ihre Handgelenke und drehte die Handflächen nach oben. Aufmerksam musterte er die Kraftlinien, die deutlich sichtbar neben den Adern pulsierten.

"Wo wart Ihr gestern Abend?"
"Auf dem Markt, Mentor."
"Ihr wart unvorsichtig, wieder einmal. Was habt ihr dort gemacht?"
"Herr, ich habe Freunde getroffen." Maqua zögerte kurz. "Und Sir Estar."

Mit dem elfischen Blick, den Maqua als kalt empfand, starrte Magister Nicholas sie an. Seine Hände lagen wie Schraubzwingen um ihre schmalen Handgelenke, und seine Stimme war von einer unangehmen Neutralität.

"Entgegen meiner Empfehlung?"
"Ich hatte Sehnsucht nach ihnen.. ich hatte Sehnsucht nach.."
"Eure Gefühlssehligkeit interessiert mich nicht. Mich interessiert Eure Arbeit. So, wie Ihr jetzt seid, seid Ihr nutzlos, und eine Gefahr obendrein."

Maqua zuckte etwas zusammen, doch dann erinnerte sie sich an Ardilias Worte, sie richtete sich auf und sah ihn offen an.

"Ich mag meine Freunde und ich liebe Sir Estar, und es ist Licht für ihn und durch ihn in meinem Herzen, und das ist etwas Gutes! Ich kann meine Gefühle nicht ignorieren."

Der Magister lies ihre Hände los und schnippte mit den Fingern der rechten Hand. Zwei grünsilbern glänzende breite metallische Armreifen mit arkanen Mustern erschienen vor ihm und schwebten in der Luft.
Mit einem weiteren Schnippen öffneten sich die Reifen, doch Maqua hob eine Hand.

"Nicht.. bitte.. das tut mir so weh."
"Wir sind hier nicht zum Vergnügen, Mylady."
Maqua schüttelte den Kopf und bat nocht einmal. "Nicht die Reifen.. "

"Wollt Ihr verbrennen?"
"Nein."
"Wollt Ihr ihn verbrennen?"
Maquas Wangen brannten, und sie senkte den Blick.
Leise erwiederte sie: "Nein, das will ich nicht."

"Dann tut was ich Euch rate!"

Langsam schob Maqua den linken Ärmel hinauf und enblößte ihren Oberarm, der einen schwarzblauen ringförmigen blauen Fleck aufwies. John Nicholas schaute ungerührt auf die Verletzung.
"Sieht der andere Arm auch so aus?"
Maqua nickte.
"Rollt den Ärmel herunter, ohne geht es nicht."
Die Magierin atmete tief ein und gehorchte. Die Ringe schlossen sich um ihre Oberarme und mit einer Handbewegung des Magisters zogen sie sich fest zusammen. Sofort spürte Maqua, wie ihre Kräfte sicherer in ihren Bahnen flossen, doch der Schmerz trieb ihr fast die Tränen in die Augen. Sie kämpfte mit sich und verbiss sich den Schmerz, bis er nur noch im Hintergrund lauerte.

Interessiert musterte John Nicholas ihr Mienenspiel und nickte, als sie ihn schließlich anblickte.

"Ihr könnt an die Arbeit gehen, Lord Foundroy braucht neue Kraftsteine für sein Portal."

____________


Am Nachmittag, während einer Arbeitspause, kam Magister Nicholas zu ihr und warf ihr einen kleinen Tiegel in den Schoß.

"Hier, man sagte mir, das solle helfen gegen Hämathome. Reibt die Stellen damit ein, wenn ihr fertig seid."
Überrascht nahm Maqua den kleinen Tiegel in die Hände.
"Und beim nächsten Mal wartet nicht so lange, mir so etwas zu sagen. Am Ende heißt es noch, ich würde meine Schüler quälen, und das wollen wir doch nicht, oder?" Maqua zuckte. Die Indifferenz seiner Stimme lies keinerlei Deutung zu und ließ sie mit allem allein.
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BeitragThema: Re: [Mensch] Die Familie Doranthor und Gerüchte über Maqua von Doranthor (*)   So März 01, 2009 2:03 am

((Aktuell Samstag, 28.02 - 03:00 Uhr))
Hoch über den Dächern von Dalran kreist ein Greif. Kein Wappen, kein Abzeichen ziert das stolze Tier. Auf dem einfachen Ledersattel sitzt eine kleine, ganz in schwarz gekleidete Gestalt und späht in die Tiefe. Der Größe nach zu Urteilen handelt es sich dabei um einen Gnom. Weiteres ist nicht zu erkennen, da sich der Reiter gänzlich verhüllt hat.
Immer weitere Kreise zieht der Greif über den westlichen Teil der Stadt, in dem sich die violette Zitadelle befindet. Geräuschlos gleitet das Tier durch die pechschwarze Nacht. Der Mond ist bereits wieder hinter den Bergen der Eiskrone versunken und die Sonne ist noch nicht aufgegangen.

Nach endlosen, eiskalten Minuten in denen Sinjia angestrengt versucht hat, jede Aktivität in der violetten Zitadelle zu identifizieren, überprüft sie noch einmal ihre Ausrüstung und vor allem den Fallschirm auf ihren Rücken. Dann schliesst sie kurz die Augen und konzentriert sich. Derweil beendet ihr Greif eine weitere Runde weit über den Türmen der Zitadelle und geht dann auf ein leises Kommando in einen steilen Sturzflug über.

7 Sekunden... 7 Sekunden hat sie Zeit, bis die magischen Wächter den Greifen ausmachen können, der die Flugverbotszone über Dalaran verletzt. Das bedeutet 3,5 Sekunden für den Flug in die Zone und 3,5 Sekunden wieder raus. So zählt die Gnomin im Sturzflug langsam bis drei und reist jäh an den Zügeln, das den Greif zu einem brutalen Manöver veranlasst. Dabei lässt sich die Gnomin aus dem Sattel schleudern. Als sie den Fallschirm öffnet, sieht sie, wie der Greif nach 3 Sekunden die Flugverbotszone in westlicher Richtung verlässt.

Lautlos wie ein Schatten gleitet sie auf den großen Balkon der violetten Zitadelle zu. Zu ihrem Glück ist niemand zu sehen und so landet sie nach ein paar Minuten sicher auf dem Balkon. Schnell legt sie den Schirm zusammen und versteckt diesen hinter einer großen Topfpflanze. Dann gleitet sie hinüber in die Schatten und schleicht sich durch die hell erleuchtete Türe in den Purpursalon. Schnell sondiert Sinjia die Lage: Lediglich ein Magier ist noch im Salon... und der schläft friedlich Schnarchend über einem dicken Buch. Ohne große Hast durchquert sie daraufhin den Salon, vorbei an den unzähligen Bücherregalen, die bis zu der hohen Decke aufragen.

Zu ihrem Bedauern kann sie nicht das Portal in die unteren Stockwerke benutzen sondern muss die schmale Wendeltreppe nehmen. Unzählige Stufen später erreicht die Gnomin dann den Verwaltungstrakt im unteren Teil der Festung. Nur zwei Mal muss sie auf den abgezeichneten Plan schauen um den Raum zu finden, den Sie sucht: Das Büro des Verwalters, der unter anderem auch die Poststelle des Sanktums beherbergt. In alphabetischer Reihenfolge geordnet hat hier jeder Magier sein Fach, über das die persönliche Korrespondenz abgewickelt wird. Aus dem Fach des Erzmagiers John Nicholas entnimmt sie ein paar Pergamente und versteckt in diesen einen schlichten Brief, bevor sie die Rollen wieder in das Fach zurück legt. „Hat die Goblinpost mal wieder schlampig gearbeitet“. Sie kann sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen, als sie wieder die Wendeltreppe nach oben steigt.

Ihr Fallschirm liegt immer noch unentdeckt an seinem Platz als Sinjia diesen wieder aus dem Versteck holt. Auf der dunklen Rückseite des Gebäudes befestigt sie dann ein langes Seil und lässt sich daran in die Tiefe gleiten. Unten angekommen löst sie den Knoten mit einem Trick der Schattenwandler und verschwindet in der Nacht.

Der Brief, den John Nicholas am nächsten Tag in seiner Post findet:
Von Maginor Dumas an Erzmagierin Modera – die Schrift ist ziemlich verschnörkelt und die Buchstaben verschwinden nach kurzer Zeit spurlos.

Geehrte Magistratin,
es sieht danach aus, als seien unsere Bemühungen, einen Botschafter in den Tempel des Wyrmruhpakt zu entsenden, in naher Zukunft von Erfolg gekrönt! Die Führung des Paktes ist mit mir überein gekommen, dass Lady Maqua eine hervorragende Abgesandte darstellen würde, wenn diese ihre Ausbildung beendet hat. Ich glaube, etwas Besseres hätte uns nicht passieren können! Als Abgesandte wird sie bei der nächsten Wahl des Magistraten der violetten Festung ein gewichtiges Wort mit zureden haben. Ich glaube, damit ist Euch die Mehrheit der Stimmen sicher, da wir ja wissen, wie dieser Tölpel von Nicholas seine Schüler behandelt.
Möge Euch die arkane Energie leiten.
Maginor Dumas
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BeitragThema: Re: [Mensch] Die Familie Doranthor und Gerüchte über Maqua von Doranthor (*)   Di März 10, 2009 6:07 pm

OOC: Liebe Waupee & alle anderen Ordensmitglieder, es tut mir sehr leid, das ich gestern Abend nicht kommen konnte, aber es war ziemlich heftig und es war gut, dass ich mal geschlafen habe.

Da es zu Maqua nicht passt einfach nicht zu erscheinen und ich ohnehin mal wieder etwas Dynamik herausnehmen muss, habe ich aber eine kleine Geschichte geschrieben, damit das passt.



Maqua schlug im Halbdunkel die Augen auf und flüsterte erschrocken: "Waupee!", gefolgt von dem seufzenden Ruf nach Ceorn. Die Magierin wußte nicht, warum sie nicht bei dem Ordenstreffen war, doch die schlimmen Schmerzen in ihren Gliedern,  der dröhnende Kopfschmerz, die Hitze, die in Wellen über sie fiel brachten sie ein wenig in die Realität zurück. Maqua stöhnte, doch die sanften Hände ihrer Heilerin strichen über ihren Arm und leise murmelte Schwester Kastalia beruhigende Worte. Maqua schloß ihre Augen wieder und atmete tief ein. Langsam kehrte die Erinnerung zurück, wie sie, recht glücklich über den Verlauf des Tages noch eine letzte Arbeit für die Kirin Tor erfüllen wollte, bevor sie nach Theramore reiste und die anderen traf. Sie freute sich darauf, sie alle zu sehen, Dalaran war weit und hier traf sie die anderen Ordensmitglieder nur selten, und sie hoffte, dass Waupee mit dem Trank, den sie heute bei den Sturmhufen geholt hatte, endlich einen Weg zu diesem Dämon finden würde, der mit Hilfe der anderen ausgetrieben werden sollte.

Als sie in der Zitadelle eintraf, war sie froh, neben einer ihr vom Sehen bekannten blutelfischen Magierin Miss Whittywhimp zu entdecken. Die Gnomin war eine verlässliche Kollegin und geübte Bundführerin, die Arbeit wäre sicher schnell getan und war nicht schwer, Maqua glaubte auf die Reifen, die immer schmerzhaft in ihre Oberarme schnitten, verzichten zu können. 
In einem beinahe leeren, fensterlosen Raum, der nur durch einige in die Wände eingelassene Leuchtsteine erhellt wurde und in dem leuchtende Zeichen den Boden in einem den Kraftfluss unterstützenden Muster zierten, lag auf einem wie ein Altar anmutenden Stein ein recht großer Kraftstein. Das matte Glimmen zeigte deutlich, dass er so gut wie keine Magie trug. Ihre Aufgabe würde darin bestehen, den Kristall mit Energie zu füllen, die Gnomin sollte die Stüzmatrix aufbauen und sie würde mit der Elfe gemeinsam die Leyenergie bündeln. "Wofür ist der Stein, Miss Whittywhimp?" - "Für ein Schwert." Maqua nickte, sie wußte zwar, dass es für den Matrixaufbau besser war, den Endzweck zu kennen, doch ihre Frage war reines Interesse, da ihre Aufgabe allein darin bestand, Kraft fließen zu lassen. Lächelnd schaute sie auf ihre Kollegen und nickte, zum Zeichen dass sie bereit sei.

Mit wenigen Worten und Gesten erstellte die Gnomin die Matrix, sie würde sie während der Arbeit ausbauen und verfeinern und Maqua begann, die Kraft, die so reichlich in ihr war, in den Stein fließen zu lassen. Mehrere Minuten spürte Maqua, wie der Energiefluß sicher und stabil war, sie versuchte wie immer, die Kraft zu dämmen und wie so häufig, wenn sie sich so stark konzentrierte, zeigten sich die Leylinien vor ihrem Auge, und sie sah, wie einfach es sei, sie zu formen, welche Kraft sie entfesseln konnte, sie dachte an das riesige Feuer, das, zu einer Kugel geballt, die Bestien in Stratholme getroffen hatte, sie spürte ein Kribbeln im Nacken, dass sie ahnen ließ, welche Kraft noch hinter ihr lag, bereit eingesetzt zu werden. Maqua merkte noch nicht, dass sie begann, der Verführung der Kraft zu erliegen, sie gab sich nur dem Fluss hin, der immer mehr anschwoll, der ihre Wangen, ihre Schläfen, die Narbe an ihrem Hals erglühen ließ und sie hörte nicht das warnende Zischen der Gnomin, das Knistern der Kraft erfüllte ihre Ohren, und alles glühte um sie herum, ein dröhnendes Knacken erklang und Maqua kam zur Besinnung, doch es war zu spät. 
Die Kraft, die drei dieser Steine hätte füllen können entlud sich in einem Bersten, das die Blutelfe aufschreien ließ, und die Erfahrung ließ Hasiolema ein Schild erschaffen, dass sie vor den Splittern des Kraftssteines und der Entladung schütze, die Elfe jedoch, die unerfahrener war, erreichte nur einen unvollkommenen Schild und Splitter des Steines schnitten scharf in ihre Haut, eine Scherbe zerfetzte ihre rechte Hand und sie sank jammernd zu Boden.
Maqua jedoch hatte auf den Ruf der Elfe hin in einem Reflex den Schild gebaut, doch so schnell ließ sich der Kraftfluss nicht stoopen, die Energien wurden am Inneren des Schildes reflektiert , Maqua fühlte noch die Kraft in ihren Adern zurückrollen und sie im Inneren versengen, dann fiel sie in eine dunkle Ohnmacht.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Maqua lag im Dunkel ihrer Kammer und Tränen liefen an der Seite ihres Gesichtes herunter. Leise fragte sie die Priesterin nach ihren Mitarbeitern, und ließ sich erst beruhigen, als sie wußte, das beide lebten.
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BeitragThema: Re: [Mensch] Die Familie Doranthor und Gerüchte über Maqua von Doranthor (*)   Mi März 11, 2009 2:11 pm

Ceorn stand im Lager der Westfallbrigaden in den Grizzlyhügeln Nordends, seine Hände zitterten. Gerade hatte er die eilige Sendung erhalten, die mit einer fremden Schrift an ihn adressiert war. Der Inhalt des Schreibens raubte ihm den Atem, die Welt um ihn herum begann zu verschwimmen.

"Maqua!"

Dieses eine Wort stieß er noch ganz schockiert hervor, mehr nicht. Was hatte dieser Brief zu bedeuten? Die Verfasserin, Schwester Kastalia, das wusste Ceorn, kümmerte sich seit längerem um Maquas Gesundheit und darum, wie sie ihr inneres Feuer bändigen könnte. Er wollte sie lange treffen, doch noch kam dies nicht zustande. Und nun dieser Brief, in dem Kastalia in kurzen Worten von einem Unfall berichtete, davon, dass es seiner Maqua schlecht ginge. Er sucht Zeile um Zeile nach weiteren Informationen ab, doch war nichts genaues, keine weiteren Angaben zu ihrem Zustand angegeben. Nur, dass sie nach ihm verlange. War das ein gutes Zeichen? Er betete zu den Göttern.

***

Seine Pflicht erfüllend hatte Ceorn mit Frau Lichttreu und Herrn Artherias den Kampf gegen die Geißel vorangetrieben, doch seine Gedanken waren die ganze Zeit abwesend. Sie waren bei Maqua. Wenn Ihr etwas Schlimmes widerfahren ist? Wenn das Feuer diesmal nicht zu kontrollieren war? Wenn sie sich auf ihn verließ und er war nicht da? Wenn ... Ceorn schüttelte den Gedanken aus dem Kopf. Er musste Ruhe bewahren. Maqua benötigte ihn nun, und deshalb hatte er sich so schnell wie nur irgend möglich auf den Weg gemacht. Es ging ihr schlecht, ja, und deswegen durfte er sich nichts anmerken lassen. Seine Stärke, das würde sie jetzt benötigen. Und seine Hoffnung.

***

Da lag sie, im Bett ihres Zimmers im Zauberkasten. Schwester Kastalia an ihrer Seite. Sie schlief, atmete tief, doch Ceorn sah den Schmerz in ihrem Gesicht, die pulsierenden Adern, die Tränen, die ihr über die Wange liefen, selbst im Schlaf. Kastalia hob schnell den Finger an den Mund, auf dass er sie nicht wecke. Ceorn nickte ihr zu, doch war es schwer, seine Aufregung in Ruhe zu überführen. Er ging zu Maqua ans Bett, kniete sich nieder, so dass er seiner Dame nah sein konnte. Er strich ihr vorsichtig die Tränen von der Wange, küsste ihre Stirn und flüsterte ihr ins Ohr. "Maqua, Ihr ... Ich bin hier, ich bin bei Euch. Alles wird gut, Geliebte."

Es war schon spät am Abend und Schwester Kastalia führte Ceorn in den Nebenraum, wo sie ihm von dem schrecklichen Ereigniss berichtete. Ceorn versuchte, Haltung zu bewahren, doch das Zittern seiner Hände verriet seine große Sorge. "Lasst sie schlafen," sagte Kastalia, "sie benötigt Ruhe, viel Ruhe. Ich werde auf sie Acht geben." Ceorn nickte. "Sagt mir, was ich tun kann, um zu helfen," antwortete er, "ich werde an ihrer Seite wachen, auf dass sie Sicherheit und Ruhe findet. Ich will da sein, wenn sie erwacht. Ich muss da sein." Die Schwester nickte und ließ den Ritter gewähren, der sich neben seine Dame kniete, ihr durch Haar strich und an ihrer Seite wachte, die ganze Nacht.

***

Der Morgen hatte schon lange gegraut, die Sonne hatte mit ihren Strahlen das Zimmer erwärmt, bald würde Mittag sein, da bemerkte Ceorn, wie Maqua ein leises Stöhnen von sich gab, ihren Kopf drehte und langsam die Augen öffnete. "Ceorn?" sagte sie leise und sah dann dessen lächelndes Gesicht, spürte seine Hand, die die ihre fest umschloss. "Ich bin hier, Geliebte, ich bin hier."
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BeitragThema: Re: [Mensch] Die Familie Doranthor und Gerüchte über Maqua von Doranthor (*)   Fr Jul 10, 2009 2:01 am

Eine Begebenheit in Sturmwind am 12. Tag des 6. Mondes (2009)

Als das Schiff noch einen Tag von Sturmwind entfernt ist, esse ich die letzten Vorräte von Lianshan und denke dabei an ihr Haar, wie sie es mit einer leichten Bewegung ihrer Hand zurückstreift. Gib Acht, meine Liebe, die Schatten sind gefährlich.

Der Wind streift um den Mast, die Segel blähen sich und am Morgen kommen die Mauern der Menschenstadt in Sicht. Ich springe von Bord, der Boden unter meinen Füßen imitiert noch das Schwanken, doch als Serrar neben mir landet, sanft, steht alles eben.

Alles was ich habe ist eine Erinnerung an frühere Tage, und an einen kurzen Aufenthalt mit Merrild und Lianshan. Aber unsere Instinkte, Serrar, werden uns den Weg weisen, eine Elfe zu finden, eine Frau zu finden, kann so schwer nicht sein.
Ich weiß, in Hafennähe, dort wo der frische Meereswind den Gestank dieser versteinten Flüsse vertreibt, leben einige unseres Volkes. Ist es unser Volk? Die Frage kommt, aber sie geht auch wieder, wie das Blatt auf dem Wasser vorbeitreibt. Ich habe mich entschieden, und ob ich scheitern werde, zeigt nur die Zukunft.

~~~~~~~

Einige der Elfen kennen das Kind Norendanee, und sie weisen mich an einen der Orte, die gastfrei sein sollen, aber enger als ein Gefängnis sind. Norendanee, viel musst Du leiden, dass Du so einen Ort ertragen kannst. Ich bitte Serrar, draußen zu warten, das kann ich seinen Empfindungen nicht abverlangen, diesen Ort aufzusuchen. Als ich hineintrete, erkenne ich in dem dumpfen, rauchigen Licht, das an den Teufelswald heute gemahnt zu meinem Schrecken viele Elfen und die Welle des Ekels überspült mich, empfinden sie nicht eine Last auf ihrer Lunge, ihrer Seele, wenn sie in diesen Räumen hocken?
Talasha tritt auf mich zu, ich erstarre. Sie - hier. Rhada interessieren die Menschen nicht. Warum, Rhada, hast Du dann eine hier, die für Dich lebt?
Ich entscheide mich, nicht auf das Kind zu warten, das nicht hier ist, Talasha gibt mir die Auskunft die ich brauche, und als sie den Namen nochmals sagt, erinnere ich mich. Die Frau, die unter keinen Umständen Astranaar betreten darf.
Jetzt betrete ich ihre Welt.

~~~~~~~~

Die Leute gehen mir aus dem Weg. Ich halte Serrar im Nackenfell, ich sehe Angst in ihren Blicken, sie tuscheln.
Ich muss einen Zwerg fragen, und einige der Arbeiter in dem Viertel der Schmiede, aber dann habe ich diese Gasse gefunden, in der sie leben soll. Ich durchquere den Stall, die Pferde darin dauern mich, Tiere die umgeben von Steinen leben. Müde schnaubt der Rappe, seine alten Augen blicken mich an. Serrar knurrt, ich folge dem Wolf.
Als ich ein Weib frage wo die Frau lebt schaut sie mich an mit einem leeren Blick, dann entblößt sie ihr Gebiss, deutet unbestimmt in eine Richtung. Drei Männer und eine Frau lehnen und hocken an der Wand eines Hauses am Ende der Gasse, sie lachen und scherzen, Holzbalken liegen neben ihnen, Werkzeug. Das Mädel, das ich fragte ruft ihnen etwas zu, ihre Stimme ist rauh, und ihre Sprache so verschliffen, das ich sie nicht verstehe. Serrars Nackenfell richtet sich auf, als sich die Männer erheben und ich schaue ihnen entgegen. Einer geht direkt auf mich zu, er ist groß genug, mir in die Augen zu schauen, er kaut auf einem Holz und mustert mich. Er fragt mich etwas, ich muss mich konzentrieren ihn zu verstehen. Was ich von der Frau wolle? Serrars Knurren wird drohender, das Mädel verschwindet hinter einer Tür. Ich soll gehen. Ich will reden, mit der Frau. Sie drohen deutlicher. Die Frau nennt mich.. Mörderin.

Nicht unvermutet greifen sie an, die Männer, die Frau, ich ziehe meine Waffe und versuche, sie nicht zu töten, was schwierig ist. Einmal ziehe ich die Gleve knapp am Kinn des einen vorbei, ich höre das Reißen von Serrars Kiefern, das Schreien des Mannes, dessen Hand dazwischen ist, ich höre Schritte von mehreren Seiten, dann fliegen Steine, Geschirre, etwas trifft mich am Kopf.

"Aufhören, beim Licht!", gellt eine helle aber volle Stimme.

Serrar jault.
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BeitragThema: Lyandras Geschichte   Fr Jul 10, 2009 2:02 am



Mein Dankeschön geht an Luna fürs Korrekturlesen, Immion für die Zeitlinienkontrolle und die erste Kritik, sowie an ihn und Niane für die Erlaubnis, etwas zu ihren Charakteren hinzuzufügen.
Außerdem danke ich hiermit allen Spielern auf dem Rat, die meinen Charakter so besonders geprägt haben, ihm beistanden und mir sowie Maqua die Welt lebendig machten.

Für den Spieler von Ceorn. Danke, dass Du mein vorläufiges Spielziel für Maquas Charakter erfüllt hast!


Lyandras Geschichte

Mein Name ist Lyandra. Ich bin Dienerin. Ich diene anderen, solange meine Erinnerungen zurückreichen. Das Licht war gut zu mir, es hat mir eine gute Herrschaft gegeben. Ich bin jetzt alt. Ich verberge ein Geheimnis, und jeden Tag mehr lässt es mich fürchten, dass es mir den Weg zum Licht verschließt, wenn ich sterbe. Aber wenn ich meine Herrin ansehe, dann fürchte ich, es ihr zu entdecken. Ich fürchte um mich selbst, und mehr noch um sie.



Ich erinnere mich noch genau an die Tage, als ich auf das Gut ihrer Familie kam. Ich war hochschwanger, und mein Mann war vor kurzem an der Grenze zum Schlingendorntal gefallen. Ich reiste im Troß des Herrn von Wolfslehe, Marvin von Doranthor. Er hatte in Sturmwind nach einer Amme gesucht, für das Kind, das seine Frau bald gebären sollte. Es regnete, wie ein einziger Fluß strömte das Wasser vom Himmel, als wolle es gar nicht mehr aufhören. Die Wege waren Schlammpfade, die Pferde erschöpft, das Wasser troff von ihren Mähnen, hatte alle Kleidung durchnässt. Ich war stumm vor Erschöpfung, und Zweifel kamen mir, ob ich klug daran getan hatte, diese Reise auf mich zu nehmen. Da kam der Hohe Herr von der Spitze des Zuges geritten, griff nach den Zügeln meiner Stute und bot mir seinen Umhang, der besser war als meiner, lobte mich und redete mir freundlich zu. Es sei nicht mehr weit, ich könne bald ruhen. Ich nickte, und ich fühlte mich wie eine Dame. Ist es nicht merkwürdig was einige warme Worte bewirken?



Und wirklich, wir erreichten den Hof. Ich konnte kaum etwas erkennen in der Dunkelheit, die inzwischen hereingebrochen war, und es regnete immer noch. Man half mir vom Pferd, und führte mich in das Haus, man umsorgte mich mit Decken, warmem Essen, Tee, und bald schlief ich vor Erschöpfung ein.
Man ließ mich schlafen. Als ich dann wach war und auf den Hof trat, empfing mich warmer Sonnenschein und ich ging ein Stück, mir das Gut anzusehen, das nun mein Zuhause sein würde. Gen Westen konnte man in rechter Nähe einen alten Turm sehen, eine Befestigung der alten Grenze. Wind strich über die weiten Felder und auf der anderen Seite reichten Wiesen und Weiden bis zum Weststrom und ich konnte das Wiehern und Schnauben der Pferde hören, die zur Zucht des Gutes gehörten.



Meine Herrin lernte ich nur kurz kennen. Sie war eine sehr zierliche Frau, und ihre Schwangerschaft zehrte an ihren Kräften. Sie überlebte die Geburt nicht, trotz der Bemühungen der Hebammen. Mein Sohn kam wenige Tage vor ihrem zur Welt und da ich jung und kräftig war, machten mir die zwei Kinder keine Probleme. Adwin, der Erbe des Hohen Herren, war ein gesundes Kind, und er und mein Sohn waren wie Brüder. Alle Aufgaben einer Mutter fielen mir zu, denn der Herr nahm erst eine neue Frau, als Adwin sieben Jahre alt war. Ich weiß nicht ob er davor keine fand, oder ob die Trauer um seine Frau ihn von einer neuen Bindung abhielt. Mir gegenüber blieb er immer freundlich, aber etwas Bitteres war um ihn, seit ich ihn kannte. Ich brachte meinen Jungen den Umgang mit einer Waffe bei, denn ich war Soldatin, und nur weil ich einen Bauch hatte, war ich damals nicht bei meinem Mann gewesen, als er fiel. Meine jetzige Herrin kann sich bestimmt nicht vorstellen, dass ihre alte Dienerin, fast taub, von den Jahren gebeugt, früher Schwert und Schild trug.



Auf dem Gut gab es viel Arbeit. Die Pferdezucht war anspruchsvoll und die zum Lehen gehörenden Felder mussten bestellt werden, im Rhytmus der Jahreszeiten. Es gab die Feste, die auf dem Land ausgelassener gefeiert wurden und bei denen Herren und Bediente, Adlige und Landarbeiter weniger getrennt waren, als ich das aus der Stadt kannte. Bei diesen Gelegenheiten, oder an Markttagen, kamen wir nach Mondbruch. Das war eine hübsche kleine Stadt, frei, kein Lehen des Königshauses, und recht wohlhabend, wegen der Minen im Süden, die zum Teil Bürgern der Stadt gehörten.



Als Adwin zwölf war, schickte ihn sein Vater nach Lordaeron, ins Stammland der Doranthors, in Knappschaft bei einem entfernten Verwandten. Ich sollte den Jungen begleiten, mein eigener Junge aber blieb zurück. Heute weiß ich nicht, ob ich nicht hätte bitten sollen, dass er uns begleitet. Vielleicht wäre er mir nicht so fremd geworden, dass er später mich kaum noch Anteil an seinem Leben nehmen ließ. Damals dachte ich, dass er alles behielte, was ihm bekannt und vertraut war, und das Adwin viel mehr verlöre.

Adwin fügte sich gut ein, am Hof des Lordearoner Grafen. Er war begierig zu lernen, vor allem über das Licht. Er kam anfangs oft mit erhitztem Kopf zurück, aber selten vom Kampfplatz, sondern meist aus der Bibliothek. Der Graf hatte viele Bücher, so viele, wie ich noch nie gesehen hatte. Adwin erzählte mir von den Dingen, die er gelesen hatte, von den Gedanken der Elfen, alten Geschichten, von den Tugenden des Lichts. Manchem konnte ich folgen, aber vielem nicht, und als er merkte, dass ich ihm nicht Antwort geben konnte, wandte er sich Anderen zu. Es gab da einen Priester, einen vom alten Volk der hohen Elfen, der mit dem Herrn befreundet war und ihn häufig besuchte - häufiger noch, wie ich bemerkte, seit Adwin im Hause war. Der Priester sah aus wie der Tagesanbruch, wenn er in seiner golden schimmernden Robe einritt, um ihn war ein Strahlen wie die Morgensonne. Adwin verehrte ihn, und fand in ihm einen Lehrer, der ihm die Geduld, aber auch das Wissen geben konnte, von dem ich nichts verstehe.



Das Gute an den Elfen ist ihre Beständigkeit. Ich sah Bruder Immion sich nicht wandeln, in den Jahren, und was anderen unheimlich sein mag, mir gab es Sicherheit, und ich merkte, dass auch Adwin ein Vertrauen fand, das ihn nie mehr verließ, so lange er lebte. Der Elf kam oft Monate hindurch gar nicht, war gebunden durch Pflichten in anderen Gegenden, und dann wieder erschien er plötzlich, um einige Wochen zu bleiben.



Als Adwin etwa sechzehn war, wurde ich krank. Ich weiß nicht, was es war, es begann mit Schmerzen in meinem Leib, die immer schlimmer wurden, und in wenigen Tagen verfiel ich und konnte nicht mehr arbeiten, nicht mehr gehen, war ans Bett gefesselt. Ich weiß nicht, was Adwin dazu trieb, aber er verschwand, und zu meinem Unwohlsein kam die Sorge um ihn. Die Heilerin, die auf der Burg lebte, vermochte nichts mehr für mich zu tun, aber dass nach der Hauptstadt geschickt wurde um eine Priesterin, wollte ich nicht zulassen. Ich betete und hoffte, fragte mich, was meinen jungen Herren wohl in die Lenden gefahren sein mochte. Ja, ich zweifelte an ihm, obwohl es mir nicht zustand, zu verlangen, dass er sich um mich sorge. Bald schon hatte ich keine Gedanken mehr, der Schmerz fraß an mir, und Tage wie Nächte vergingen im Dämmer, schlafen konnte ich nicht mehr, und ich war sicher, dass ich bald sterben würde. Da erschien plötzlich eine Gestalt vor mir, ganz in Licht gekleidet, die Augen strahlten hell, und ich hörte eine Stimme wie die Glocken in Sturmwind. Wärme umfing mich, zum ersten Mal ließ der Schmerz nach, und ich schlief ein.



Als ich erwachte, ging es mir besser. Adwin kam, und er lächelte. Er war nach Tirisfal geritten und mit Bruder Immion zurückgekommen. Ich weinte. Es war das erste Mal, dass ich weinte, seit ich ein Kind war. Ich habe nur noch einmal geweint, ich bin nicht empfindlich. Der Elf kam, er trat an mein Bett. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was er sagte, aber ich höre seine Stimme immer noch, es waren die Glocken von Sturmwind. Und ich fühle noch heute seine Hand, kühle Finger, die mir über die Stirn streifen, ich habe keinen Mann mehr angesehen seitdem.



Adwin wurde zum Ritter geschlagen, als er einundzwanzig war, zu Ehren des neuen Thronfolgers, des Prinzen von Lordaeron, der in diesem Sommer geboren wurde. Bruder Immion und der Graf gaben ihm Geleit. Ich war glücklich, ganz Tirisfal war ein einziges Fest vor Freude über den Prinzen Arthas Menethil, mir aber war, sie feierten diesen Mann, der wie mein Sohn war. Wir waren beinahe zehn Jahre aus Westfall fort, und er wollte heimkehren, ich wollte heimkehren. Auf dem Weg nach Süden erzählte er mir, dass er Angebote, Ritter am Hofe zu werden, abgelehnt hatte, ebenso Bruder Immion auf seinem Weg zu folgen. Sein Vater brauchte Unterstützung auf Wolfslehe, und die zweite Ehe, das wußten wir aus spärlichen Briefen, war kinderlos geblieben.


Zuletzt von Maqua am Fr Jul 10, 2009 2:11 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: [Mensch] Die Familie Doranthor und Gerüchte über Maqua von Doranthor (*)   Fr Jul 10, 2009 2:05 am

Bei unserer Heimkehr erfuhr ich, dass mein eigener Sohn verheiratet und schon Vater einer Tochter war. Er war fortgezogen, nach Elwynn, wo er bei einem Gut weit im Osten arbeitete und wir sahen uns nur selten, denn Adwin bat mich, zu bleiben. Sein Vater hatte in Sturmwind eine Ehe arrangiert, und erwartete bald einen Stammhalter. Die Fürstin Mara Fordragon, die zu der Zeit in Sturmwind weilte, rief den Segen des Lichts auf die junge Ehe herab. Ich habe meinen jungen Herren und seine Frau nie anders als in den Tugenden des Lichtes gegeneinander handeln sehen. Lady Lirame war eine schöne, aber auch stolze Frau. Sie schien sich in Wolfslehe nie wohlzufühlen, und wirklich war sie immer fremd dort. Selbst nachdem ihr Sohn Jamuel geboren wurde, war sie oft am Hof in Sturmwind.
Sie wurde noch einmal schwanger, aber die Geburt war schwer. Lady Lirame lag danach lange krank, und das Mädchen starb kurz nach der Geburt. Auch Sir Marvin starb bald darauf. Das war eine Zeit, in der ich Schatten um die Augen meines Herrn sah, und die Mühen und Verpflichtungen auf dem Gut und der Kummer seiner Frau machten ihm viel zu schaffen.

Ich sah meinen Herren seinen Sohn in den Tugenden des Lichtes unterweisen, und ich selbst lehrte auch Jamuel, anfangs, den Umgang mit dem Schwert. Doch ich war nicht mehr jung und seit meiner Krankheit nicht mehr so kräftig wie einst, und er war kaum sieben, da war er mir schon überlegen.

Die Orken fielen in Sturmwind ein, wir flohen nach Lordaeron und fanden Aufnahme bei dem Grafen. Wir sahen Sir Immion, der nun Paladin im Orden der Silberhand war, nur einmal, gegen Ende des Krieges. Er war noch strahlender in seiner Rüstung, und lange sprach er mit Adwin. Ich dachte, mein Herr würde Jamuel den Weg der Lichtkrieger einschlagen lassen, um ein Versprechen an Sir Immion einzulösen und Adwin war geschickt genug, dem Jungen eine Neugier, eine Freude daran mitzugeben, dass sich sein Wunsch auch erfüllen würde. Nach zwei Jahren hatte sich die Lage in Sturmwind soweit beruhigt, das wir zurückkehren konnten. Das Gut war verlassen, aber der Ehrgeiz und die Kraft meines Herren sorgten bald dafür das die Pferde wieder zahlreich und die Felder gut bestellt waren.

Von einer Reise in das Schlingendorntal brachte mein Herr nicht nur einen edlen Rapphengst mit, der die Zucht verbessern sollte, sondern auch eine Braut, Pucará. Lady Lirame duldete das Mädchen, das von schlichtem Gemüt, aber schön war, und wenn mein Herr Pucará ansah, dann sah ich Licht und Feuer in seinen Augen und wußte, dass er sie liebte. Sie war noch jung, fast noch ein Kind, und selbst in ihrer Schönheit war sie so anders als die Herrin, dass man hätte meinen können, mein Herr hätte in beiden alles gefunden, was man sich wünschen konnte. Ich weiß, dass er Lady Lirames Klugheit und ihre klaren Urteile über alle Maßen schätze, aber ich weiß auch, dass sie ihn nicht mehr in ihrem Bett empfing, aus Angst vor einer weiteren Schwangerschaft, die sie nicht überleben würde. Pucará war zierlich und klein - meine jetzige Herrin ist ihr Ebenbild - aber sie war vom Land und gesund, und sie schenkte meiner Herrin das Leben, und später noch einem Sohn.
Lady Lirame war glücklich über das Mädchen, die kleine Lady Maqua, und nahm sie als Tochter an, und Pucará stellte ihre Ansprüche auf Maqua nie in Frage. Mein Herr hatte sein Land, sein Gut, seine Familie. Wir waren sehr glücklich. Wir arbeiteten viel, und Sir Adwin setzte sich in den Zeiten des Krieges für die ein, die kaum gehört werden, er sorgte für die Seinen, wie er es immer tat. Kriege erschütterten die Königreiche, ich hörte, das einer meiner Enkel in einer Schlacht gegen die Orken fiel.

Meine jetzige Herrin war noch ein Mädchen, da konnte sie einen Wolf, der sie und ihren Bruder bedrohte, mit einem Feuer in die Flucht schlagen. Lady Lirame wurde eines Sommers von einer Krankheit dahingerafft, und wie im Fieber stand Maqua, glühend vor Feuer, flammenspeiend und in Trauer am Totenbett. Sie wurde in das Sanktum der Magier nach Sturmwind geschickt, mein Herr sah nur darin eine Hilfe für seine Tochter. Pucará, sonst sehr einfühlsam, war das Wesen ihrer Tochter fremd, sie fürchtete sie vielleicht sogar, denn sie hatte einiges von dem Aberglauben aus ihrer Heimat nie überwunden. Jamuel diente zu der Zeit in der Armee, er war inzwischen wirklich Paladin geworden, und er zog in diese Schlacht, in Kalimdor, die ihn wie viele unsere Kämpfer verschlang. William, Pucarás Sohn, war jetzt der Erbe. Er wollte, von Herzen, ebenfalls Paladin werden. Er war schön und sanftmütig wie seine Schwester, aber er hatte die blauen Augen seines Vaters, und ich glaube, er hätte manchem Mädel den Kopf verdreht. Ich liebte ihn, so wie ich seinen Vater liebte.

Eines Tages tauchte ein Mann auf dem Hof auf, der der Sohn meines Sohnes war. Ich hatte ihn nicht mehr gesehen, seit er ein Kind war. Er bat um Arbeit. Mein Herr stellte ihn ein, Arbeit gab es genug, aber wenig zu Essen ringsum. Die meisten Wehrfähigen waren in den Kriegen, gegen die Orken, gegen die Geißel, gegen die Finsternis, und Westfall sollte Brot für alle bringen. Aber Kyndris stellte die Geduld meines Herren auf eine harte Probe, und als der Stallmeister ihn erwischte, wie er dessen ältester Tochter in der Scheune nachsetzte, ohne ihre Einwilligung, da schickte mein Herr ihn fort. Ich sah ihn an, den Sohn meines Sohnes, und wusste: Er hatte unrecht getan. Auf diesem Gut hatte niemals jemand gegen das Licht gehandelt. Er wollte, dass ich für ihn spreche, aber ich wusste, ich hatte in seinen Augen gesehen, dass er gierig war, dass er im Unrecht war und dass das Mädchen vor ihm Furcht hatte, wußte ich auch. Ich schlug ihn und schickte ihn fort.

Einmal nahm mein Herr mich mit nach Sturmwind, zu einem Treffen des Adels und um seine Tochter zu besuchen. Die Straßen der Stadt waren voller Handwerker, Tag und Nacht wurde gebaut, es war ein Wunder. Einige Zeit später jedoch, wir waren schon wieder in Westfall, hörten wir von dem Unmut der Arbeiter, der Hof zahlte den Lohn nicht. Ich sah meinen Herren wüten. Ich wußte, er vermisste Lady Lirame, die ihm Zugang hätte schaffen können zum Sturmwinder Hof, an dem er sich nur selten aufhielt, und auch wenn ich nur eine Dienerin bin, so verstand ich doch manches, denn meine Eltern waren Handwerker gewesen, und auch mein Herr hatte mich vieles gelehrt. Er stritt in Mondbruch mit den Bürgern um Lieferungen an die Steinmetze. Die Versammlung der Adligen hatte er ernüchtert verlassen, erfüllt von heftigem Unmut gegen die, die entschieden hatten, das Volk hungern zu lassen. Aber was konnte er tun? Wir hatten selbst nichts mehr. Die dreifache Menge des Üblichen ging in Kriegsabgaben an den Hof, dabei fehlten uns Arbeiter. Ich sah meinen Herren selber auf den Acker gehen, selber die Pferde beschlagen, und selbst das Korn dreschen. Dass der Unmut der Handwerker auf das Land übergeschlagen hatte, dass sie sich einen Namen gaben hielten wir zunächst jedoch nur für Gerüchte. William war zwölf, und bald würde Lord Schattenbruch seine Ausbildung übernehmen.
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BeitragThema: Re: [Mensch] Die Familie Doranthor und Gerüchte über Maqua von Doranthor (*)   Fr Jul 10, 2009 2:05 am

Der Abend, an dem ich den Hof zum letzten Mal sah, war schön. Es war im Sommer. Das Licht der untergehenden Sonne leuchtete über die Felder und ließ sie in roten Flammen stehen, die Nacht brach langsam von Osten herein, ein Wind wehte das Bellen der Gnolle über den Weststrom. William war mit Niane, der Tochter des Stallknechts, wieder einmal verschwunden, sie spielten als Gleichaltrige zusammen, seit sie laufen konnten, und sie hatten ein Vergnügen daran, mich oder jemand anderen des Abends zur Zeit des Abendgebetes nach ihnen suchen zu lassen. Ich ging mit Nianes Bruder über den Hof. Wir wußten schon, wir würden sie im abgelegenen Heuschober finden oder in der Nähe der Koppeln, aber wir hatten auch ein Vergnügen daran, sie uns bei der Suche zuschauen zu lassen. Wir trennten uns, und wie verabredet trafen wir uns am Heuschober, doch Bryn legte mir die Hand auf den Mund, nahm mir die Laterne aus der Hand und stieß sie um, er zog mich hinein und zeigte in die Dunkelheit. Ich war zu verblüfft, um mich zu wehren, und als sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah ich, auf was er deutete. Die Pferde hatten sich schnaubend und unruhig am Ende der Koppel zusammengedrängt, dunkle Schatten huschten über die Wiesen, und von Südwesten näherten sich auch einige Leute mit Fackeln. Ich schickte Bryn auf den Heuboden, seine Schwester und William zu suchen, aber noch ehe ich etwas von ihm hörte, sah ich Licht im Herrenhaus, konnte erkennen, dass jemand an die Tür kam. Inzwischen war es dunkel geworden. Die Leute mit den Fackeln kamen in den Hof, der nur zum Fluss hin gesichert war, wegen der Gnolle. Ich glaubte, es seien Nachbarn, auf der Suche nach entlaufenem Vieh, aber die Schatten auf der Weide bohrten Fragen in meinen Kopf. Meine alten Hände zitterten, die Tage, in denen ich ein Schwert halten konnte, waren lange vorüber. Ich konnte einen Wortwechsel hören, der immer heftiger wurde, dann drang man in das Haus ein, und im gleichen Moment sah ich Feuerschein: die westliche Scheune brannte. Bryn kam allein zurück, Niane und William waren nicht hier. Im Schein der Flammen sah ich seine Augen vor Schreck geweitet, aber er fasste sich, die Kinder müssten in einer der Scheunen sein oder im Stall. Er nahm mich bei der Hand, oder ich ihn, und wir gingen in den Schatten der Gebäude entlang in den Stall, dort fanden wir William und Niane, Stroh im Haar, William mit einem Knüppel in der Hand, mit dem er bald Bryn geschlagen hätte. Sie spähten in den Hof, klug genug, nicht hinauszurennen in die Gruppe von Männern und Frauen, die von hier aus besser zu sehen waren. Es waren keine Bauern. Die Leute trugen dunkle Kleidung, die man kaum ausmachen konnte, und ihre Gesichter waren verhüllt. Eine der Gestalten drehte sich herum, das Licht einer Fackel fiel in sein Gesicht, eine Maske leuchtete blutrot im Flammenschein. Bryn nebem mir zischte, "Defias!". Er hielt William zurück, Niane klammerte sich an ihn, ich legte meine Hände auf ihren Mund, sie wimmerte.
Wir konnten unsere Blicke nicht abwenden, nicht ich, nicht Bryn, und auch nicht die Kinder. Das Licht der brennenden Scheune erhellte den Hof, wie bei einer Aufführung des Jahrmarktes. Wir sahen meinen Herren mit einigen der Defias herauskommen, er war unbewaffnet. Sein Blick flog über den Hof, ich weiß, er suchte seinen Sohn. Er zeigte keine Angst, aber ich hatte sie - entsetzliche Angst. Und dann sah ich: Einer der Männer, ich erkannte es an der Form des Kopfes, war Kyndris. Und Kyndris hasste. Sir Adwin wurde über den Hof geschoben, hin und her, höhnische Worte flogen herum, William knurrte, aber Bryn, älter, stärker, hielt ihn in sicherem Griff. Ich hörte die Stimme meines Herren, langsam, deutlich, Angebote machte er, doch die Antwort waren brennende Fackeln auf das Dach des Hauses. Die Banditen zerrten Diener und Gesinde heraus und zuletzt auch Lady Pucará. Ich sah den Stallmeister, dem ein Angebot gemacht wurde, laut hallten die Worte über den Hof, doch er schüttelte den Kopf, und ich sah, dass er zu meinem Herrn gedreht wurde, und dann rammte man ihm einen Dolch in den Leib. Niane biss in meine Hände als sie ihren Vater fallen sah, Bryn riss William mit sich zu Boden und wimmerte wie ein Hund. Ich schloss meine Augen, aber dann musste ich sie wieder öffnen, ich musste sehen. In wildem Durcheinander wurden die Diener gefragt, wer sich anschließen wollte, aber nur zwei, noch nicht lange da, nickten, und wurden in die Schatten gezogen. Alle anderen, bald ein Dutzend, suchten zu meinem Herren zu kommen, der aufrecht, aber von drei Männern festgehalten im Hof stand. Hinter ihm brannte sein Haus. Doch als sich einer der Männer mit einem Dolch in der Hand der Frau meines Herren näherte, da hörte ich Adwins Stimme zittern. Da sah ich seine Gestalt, eben noch aufrecht, kleiner werden. Jetzt hielten die drei meinen Herren, zogen seinen Kopf nach oben, zwangen ihn zu sehen. Ich kniete mich hin, drehte Niane zu mir, hielt sie fest, und dann sah ich einen Kampf entbrennen. Mein Herr wehrte sich, das Gesinde mit ihm, aber aus den Schatten kamen mehr, mehr Defias, Messer flogen und Steine, ein Wassertrog stürzte um, ein Balken des Hausen barst und fiel herunter, ich hörte meinen Herren nach seiner Frau schreien, die Diener wurden erschlagen, Pucará, die Schöne, die tanzen konnte, dass man glücklich wurde, lag zu Boden geworfen, zwei, drei Männer über ihr, ihr Kleid aufgerissen, sie schrie, versuchte kriechend, meinen Herren zu erreichen, er wurde von ihr weggezerrt, in Richtung des Stalles, in unsere Richtung. Wir waren wie gelähmt, aber niemand sah uns in den Schatten hinter der Tür. Ich sah im Licht der Flammen deutlich das Gesicht von Kyndris, die Maske war heruntergerutscht, Gier war in seinem Blick, als er über Pucará herfiel, ihr Gewalt antat, dann hob er ihren Kopf an den Haaren hoch, ich konnte ihr Gesicht sehen, das vor Angst, Scham und Schmerzen entstellt war, sie blickte zu Adwin, der keine zehn Schritte von uns entfernt festgehalten wurde, er wütete, und ich sah Tränen auf seinen Wangen als er den Kopf wild herumwarf. Und ich sah Kyndris' Gesicht, er bleckte die Zähne, und lachte höhnisch, als er meiner Herrin die Kehle durchschnitt. Als Pucarás Kopf den Boden berührte, sackte mein Herr zusammen. Ich hörte ihn sagen: "Möge das Licht mit Euch sein.", dann wurde er erschlagen.

Ich zog Bryn fort, und ich sah William nach draußen starren. Er hatte wie ich alles gesehen, und sein Blick traf sich mit den im Tode erstarrt aufgerissenen Augen seiner Mutter. Ihr dunkles Haar klebte an ihrem Kopf, Blut floß aus einer Wunde an der Schläfe über ihre Augen, ihr Hals war eine einzige Wunde. William konnte seinen Blick nicht lösen. Ein Schatten erschien vor der Tür und ich erwachte aus der Lähmung. Wir rafften uns auf, Bryn zog William mit sich fort, ich mit mir Niane, wir rannten, Niane fiel, aber wir erreichten eine Tür an der Rückwand, hinaus, ich ließ Bryn seine Schwester tragen, nahm William an der Hand und dann rannten wir über die Weiden. Unheimlich tanzten die Flammen hinter uns, Schreie mischten sich mit Knurren und Bellen, über die Weide waren Gnolle gekommen, und wir waren zwischen ihnen. Bryn schlug einen der Gnolle nieder, William hatte noch immer den Knüppel in der Hand und wehrte sie ab. Als wir das Ufer des Flusses erreichten, war Niane verschwunden, William und Bryn brüllten ihren Namen, beide wollten nach ihr suchen.
Ich musste mich entscheiden. Mein Herr würde mir nicht vergeben, also zwang ich Bryn und William leise zu sein. Wir flohen in die Weststromgarnision. Am nächsten Tag war Bryn fort, er musste nach seiner Schwester suchen. Ich habe nichts mehr von ihnen gehört.

William war nicht mehr ansprechbar. Er war stumm. Er folgte mir nach Sturmwind, wo wir Aufnahme fanden, bei Lord Schattenbruch. Lady Maqua kam aus dem Sanktum. Ich konnte dem Lord kaum sagen, was geschehen war, und ihr ganz sicher nicht. Ihre dunklen Augen blickten mich an, und in ihnen erkannte ich die Augen meiner toten Herrin. Da weinte ich, und sie nahm mich in den Arm und fragte nicht. In den folgenden Wochen vermochte Maquas Sanftmütigkeit, was kein anderer vermochte. Es dauerte vier Monate, dann begann ihr Bruder wieder zu leben, zu sprechen, aber erzählen konnte er nicht, was er erlebt hatte. Seine Schwester drängte ihn nicht.
Lord Schattenbruch ließ ihn ausbilden, und manchmal sah ich den Jungen von früher, vor allem wenn er mit seiner Schwester war. Aber wenn er mich ansah, dann wusste ich, er hatte nicht vergessen, was er gesehen hatte. Meine jetzige junge Herrin, die Tochter des Mannes, der mir wie ein Sohn war, weiß nichts davon. Sie glaubt, ihre Eltern seien von den Defias erschlagen worden. William ist tot, er starb vor einiger Zeit, als Paladin, oder doch in der Ausbildung dazu, und mit ihm ging die Erinnerung an die Ereignisse in Wolfslehe. Ich hoffe, dass meine Herrin nie erfährt, wie ihre Eltern starben, welche Greuel sich hinter dem Wort "erschlagen" verbergen. In meinen Träumen sehe ich oft das zu einer höhnischen Fratze verzerrte Gesicht meines Enkels, und ich fürchte mich davor, dass er meine Herrin findet und sie erkennt. Sie sieht aus wie ihre Mutter. Und manchmal bin ich nicht sicher, ob mein Herr wirklich noch im Tode so fest im Glauben stand oder ob ich mir nur einbilde, was er sagte.



Ich wünsche mir den Tod meines eigenen Blutes. Wird mir das Licht das vergeben?
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BeitragThema: Re: [Mensch] Die Familie Doranthor und Gerüchte über Maqua von Doranthor (*)   Mi Jul 15, 2009 1:11 am

Verkauft wird:

Das Stadthaus, formals im Besitz des Sir Serathor Tyrosus, in der Halsabschneidergasse, alte Bausubstanz, Wohn- und schlafstuben, Gesinderäume, Küche mit Steinherd.
Das Haus wurde im letzten Jahr ständig bewohnt und handwerksfachlich erneuert.
Gebote bitte an Larkien, Stadtverwaltung.

Versteigert wird aller Hausrat des Vorbesitzers des Stadthauses in der Halsabschneidergasse, als da sind eine Umfangreiche Bibliothek sowie etliche Fund- und Sammelstücke. Ein Termin steht noch nicht fest.
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BeitragThema: Re: [Mensch] Die Familie Doranthor und Gerüchte über Maqua von Doranthor (*)   

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[Mensch] Die Familie Doranthor und Gerüchte über Maqua von Doranthor (*)
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